Wieso kann es bei älteren Patienten mit Struma unter Iodid und Levothyroxin Therapie zu einer iatrogenen Hypothyreose kommen?

Antwort

Bei älteren Patienten mit Struma (Kropf) kann es unter einer Therapie mit Iodid und Levothyroxin zu einer iatrogenen Hypothyreose kommen, weil die Schilddrüse möglicherweise nicht mehr in der Lage ist, auf die erhöhte Iodzufuhr adäquat zu reagieren. Hier sind einige Gründe dafür: 1. **Eingeschränkte Schilddrüsenfunktion**: Bei älteren Menschen kann die Schilddrüse bereits geschädigt oder weniger funktionstüchtig sein. Eine zusätzliche Iodzufuhr kann die Schilddrüse überfordern, was zu einer verminderten Hormonproduktion führt. 2. **Autoimmunerkrankungen**: Ältere Patienten haben ein höheres Risiko für Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift. Eine zusätzliche Iodzufuhr kann diese Erkrankung verschlimmern und die Hormonproduktion weiter beeinträchtigen. 3. **Regulationsmechanismen**: Die Regulation der Schilddrüsenhormone kann bei älteren Menschen weniger effizient sein. Eine plötzliche Erhöhung der Iodzufuhr kann die Homöostase stören und zu einer Hypothyreose führen. 4. **Medikamenteninteraktionen**: Levothyroxin ist ein synthetisches Schilddrüsenhormon, das zur Behandlung von Hypothyreose eingesetzt wird. Eine falsche Dosierung oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die ältere Patienten möglicherweise einnehmen, können die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen und zu einer Hypothyreose führen. Es ist wichtig, die Therapie sorgfältig zu überwachen und die Dosierung von Iodid und Levothyroxin individuell anzupassen, um das Risiko einer iatrogenen Hypothyreose zu minimieren.

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