Was ist chemische Kastration und welche Folgen hat sie?

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Chemische Kastration bezeichnet eine medikamentöse Behandlung, bei der die Produktion von Sexualhormonen – vor allem Testosteron bei Männern – stark unterdrückt wird. Dies geschieht meist durch die Gabe von sogenannten Antiandrogenen oder GnRH-Analoga. Anders als bei der chirurgischen Kastration werden dabei keine Organe entfernt; die Wirkung ist in der Regel reversibel, solange die Medikamente verabreicht werden. **Anwendungsgebiete:** Chemische Kastration wird vor allem eingesetzt bei: - Sexualstraftätern, um das Rückfallrisiko zu senken (in einigen Ländern als gerichtlich angeordnete Maßnahme) - bestimmten Krebserkrankungen, z.B. Prostatakrebs, um das Tumorwachstum zu hemmen **Folgen und Nebenwirkungen:** Die Unterdrückung der Sexualhormone kann verschiedene körperliche und psychische Auswirkungen haben, darunter: - Verlust des Sexualtriebs (Libido) - Erektionsstörungen - Unfruchtbarkeit (während der Behandlung) - Hitzewallungen und Schweißausbrüche - Osteoporose (Knochenschwund) - Gewichtszunahme und Veränderungen im Fettstoffwechsel - Stimmungsschwankungen, Depressionen - Verminderte Muskelmasse und Kraft Nach Absetzen der Medikamente normalisiert sich die Hormonproduktion meist wieder, die Nebenwirkungen bilden sich dann in der Regel zurück. Weitere Informationen findest du z.B. bei [Deutsche Krebsgesellschaft](https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/therapie/hormontherapie.html) oder [Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Chemische_Kastration).

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