Wie wurden die freien Wahlen in der DDR im März 1990 vorbereitet? Mit Quellen.

Antwort vom

Die Vorbereitung der freien Wahlen in der DDR im März 1990 war ein zentraler Schritt im Prozess der deutschen Wiedervereinigung. Nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 und dem zunehmenden Druck der Bevölkerung auf die SED-Regierung wurde beschlossen, erstmals seit Bestehen der DDR freie, demokratische Wahlen abzuhalten. Die Volkskammerwahl fand schließlich am 18. März 1990 statt. **Wichtige Schritte und Ereignisse bei der Vorbereitung:** 1. **Runder Tisch:** Ab Dezember 1989 tagte der Zentrale Runde Tisch, an dem Vertreter der alten Regierung, der Opposition und verschiedener gesellschaftlicher Gruppen teilnahmen. Hier wurden die Rahmenbedingungen für die Wahlen diskutiert und festgelegt. Quelle: [Bundeszentrale für politische Bildung – Der Runde Tisch](https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/51713/der-zentrale-runde-tisch-in-der-ddr/) 2. **Neues Wahlgesetz:** Am 20. Februar 1990 verabschiedete die Volkskammer ein neues Wahlgesetz, das erstmals freie, geheime und gleiche Wahlen nach westlichem Vorbild ermöglichte. Quelle: [Deutscher Bundestag – Wahlgesetz der DDR 1990 (PDF)](https://dserver.bundestag.de/btp/11/11098.pdf) (S. 8447) 3. **Zulassung neuer Parteien und Listen:** Zahlreiche neue Parteien und Bürgerbewegungen wurden zugelassen, darunter die Ost-CDU, die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP, später SPD), das Neue Forum und andere. Quelle: [LeMO – Parteienlandschaft 1990](https://www.hdg.de/lemo/kapitel/aufbruch-1989/volkskammerwahl/parteienlandschaft.html) 4. **Internationale Wahlbeobachtung:** Um die Transparenz und Fairness der Wahlen zu gewährleisten, wurden internationale Wahlbeobachter eingeladen. Quelle: [Bundeszentrale für politische Bildung – Die Volkskammerwahl 1990](https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/51715/die-volkskammerwahl-1990/) 5. **Öffentliche Information und Wahlkampf:** Die Medien berichteten erstmals frei über die Parteien und deren Programme. Es gab zahlreiche Wahlveranstaltungen und Debatten. Quelle: [LeMO – Wahlkampf 1990](https://www.hdg.de/lemo/kapitel/aufbruch-1989/volkskammerwahl/wahlkampf.html) **Zusammenfassung:** Die Vorbereitung der freien Wahlen im März 1990 in der DDR war geprägt von demokratischen Reformen, der Beteiligung neuer politischer Kräfte und einer breiten gesellschaftlichen Diskussion. Die Wahl am 18. März 1990 war die erste und einzige freie Volkskammerwahl in der DDR. **Weitere Quellen:** - [Deutsche Welle – Die erste freie Wahl in der DDR](https://www.dw.com/de/die-erste-freie-wahl-in-der-ddr/a-5278577) - [Bundeszentrale für politische Bildung – Volkskammerwahl 1990](https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/50544/volkskammerwahl-18-03-1990/)

Kategorie: Geschichte Tags: DDR Wahlen 1989

Verwandte Fragen

Rechte von Frauen in DDR und BRD: Stichpunkte

DDR und BRD gaben Frauen formal Rechte, aber der entscheidende Unterschied war: In der DDR war Erwerbsarbeit politisch gewollt und durch Kinderbetreuung stärker abgesichert, in der BRD blieb die...

Hatten Frauen in der DDR mehr Rechte als in der BRD?

Teilweise ja: In mehreren alltagsrelevanten Bereichen waren Frauen in der DDR früher und oft auch deutlich besser gestellt als in der BRD – aber von echter Gleichberechtigung kann trotzdem...

Hatten Frauen in der DDR mehr Rechte als in der BRD?

Ja – in der DDR hatten Frauen in mehreren zentralen Lebensbereichen faktisch mehr staatlich abgesicherte Gleichstellungsrechte als in der alten BRD, vor allem bei Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung...

Warum fiel die Berliner Mauer?

Die Berliner Mauer fiel, weil die DDR politisch und wirtschaftlich am Ende war und die Führung den Druck der eigenen Bevölkerung nicht mehr kontrollieren konnte. Der unmittelbare Auslös...

Welche deutschen Küstenstädte gehörten zur DDR?

Zur DDR gehörten die Ostsee-Küstenstädte in Mecklenburg-Vorpommern, vor allem Rostock, Wismar, Stralsund, Greifswald und Sassnitz; Nordsee-Küstenstädte gehörten nicht zur...

Welche Firma förderte in der DDR Uran?

In der DDR wurde Uran vor allem von der SDAG Wismut gefördert – später Wismut AG bzw. Wismut GmbH. Sie war kein normales DDR-Unternehmen, sondern ein sowjetisch kontrollierter Bergbaub...