Die imperialistische Expansion im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde durch eine Vielzahl von wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Motiven angetrieben: 1. **Wirtschaftliche Motive:** - **Rohstoffbedarf:** Industrielle Nationen benötigten Rohstoffe wie Gummi, Öl, Metalle und Baumwolle, die in den Kolonien verfügbar waren. - **Absatzmärkte:** Die Industrialisierung führte zu einer Überproduktion, und Kolonien boten neue Märkte für den Verkauf von Waren. - **Investitionsmöglichkeiten:** Kolonien boten profitable Investitionsmöglichkeiten für Kapital aus den Mutterländern. 2. **Politische Motive:** - **Macht und Prestige:** Der Besitz von Kolonien wurde als Zeichen nationaler Stärke und Prestige angesehen. Es war ein Mittel, um den Einfluss und die Macht eines Landes zu demonstrieren. - **Strategische Vorteile:** Kolonien boten militärische und maritime Stützpunkte, die für die Kontrolle von Handelsrouten und für militärische Operationen wichtig waren. - **Nationalismus:** Der Nationalismus förderte den Wettbewerb zwischen den Nationen, was zu einem Wettlauf um Kolonien führte. 3. **Ideologische Motive:** - **Sozialdarwinismus:** Die Idee, dass stärkere Nationen das Recht hätten, schwächere zu dominieren, wurde oft zur Rechtfertigung des Imperialismus herangezogen. - **Zivilisatorische Mission:** Viele Europäer glaubten, dass es ihre Pflicht sei, ihre Kultur, Religion und Zivilisation in andere Teile der Welt zu bringen (oft als "White Man's Burden" bezeichnet). - **Religiöse Motive:** Missionare sahen die Expansion als Gelegenheit, das Christentum zu verbreiten. Diese Motive wirkten oft zusammen und verstärkten sich gegenseitig, was zu einer intensiven Phase der kolonialen Expansion führte.