Wie ist die Kapitalauszahlung einer privaten Rentenversicherung nach 12 Jahren steuerlich zu behandeln?

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Die Kapitalauszahlung einer privaten Rentenversicherung nach 12 Jahren Haltezeit wird in Deutschland steuerlich wie folgt behandelt: **1. Ertragsanteilsbesteuerung oder Halbeinkünfteverfahren:** - Bei einer **Kapitalauszahlung** (also keine laufende Rente) nach mindestens 12 Jahren Vertragslaufzeit und wenn das 62. Lebensjahr (bei älteren Verträgen das 60. Lebensjahr) vollendet wurde, gilt das sogenannte **Halbeinkünfteverfahren** (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG). - Das bedeutet: **Nur die Hälfte des erzielten Ertrags** (Differenz zwischen Auszahlung und eingezahlten Beiträgen) muss mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden. **2. Voraussetzungen:** - Der Vertrag muss mindestens 12 Jahre bestanden haben (Laufzeit). - Die Auszahlung erfolgt nach Vollendung des 62. Lebensjahres (bei Vertragsabschluss vor 2012: 60. Lebensjahr). - Die Beiträge müssen laufend gezahlt worden sein (keine Einmalzahlung). **3. Beispielrechnung:** - Eingezahlte Beiträge: 50.000 € - Ausgezahlter Betrag: 80.000 € - Ertrag: 30.000 € - Zu versteuern: 15.000 € (die Hälfte des Ertrags) - Dieser Betrag wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. **4. Abgeltungsteuer:** - Trifft eine der oben genannten Voraussetzungen nicht zu, wird der gesamte Ertrag mit der Abgeltungsteuer (25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) besteuert. **Fazit:** Nach 12 Jahren Haltezeit und Erfüllung der Altersgrenze ist bei einer Kapitalauszahlung aus einer privaten Rentenversicherung nur die Hälfte des Ertrags mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Weitere Informationen findest du z.B. bei der [Stiftung Warentest](https://www.test.de/Private-Rentenversicherung-Steuern-So-wird-die-Auszahlung-besteuert-5298587-0/) oder beim [Bundesfinanzministerium](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Weitere_Steuerthemen/Altersvorsorge/2007-07-09-private-rentenversicherung.html).

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