Du hast recht: Im Verlauf der Menschheitsgeschichte entstanden Kulte und Religionen oft als Erklärungsversuche für Phänomene, die sich Menschen damals nicht anders erklären konnten... [mehr]
Wilfried Gräb, ein prominenter Praktischer Theologe, legt ein Verständnis von Religion zugrunde, das stark auf die individuelle religiöse Praxis und die subjektive Bedeutung Religion im Leben der Menschen fokussiert ist. Er betont, dass Religion nicht nur in institutionellen und dogmatischen Formen existiert, sondern vor allem in der persönlichen Lebensführung und den individuellen Sinnstiftungsprozessen der Menschen. Gräb sieht Religion als eine Ressource, die Menschen hilft, ihre Lebenswelt zu deuten und mit existenziellen Fragen umzugehen. Diese Perspektive führt zu einer praktisch-theologischen Erforschung, die sich weniger auf traditionelle kirchliche Strukturen und mehr auf die alltäglichen religiösen Erfahrungen und Ausdrucksformen der Menschen konzentriert. Folgende Konsequenzen ergeben sich daraus für die praktisch-theologische Forschung: 1. **Empirische Ausrichtung**: Die Forschung muss empirisch fundiert sein und die tatsächlichen religiösen Praktiken und Erfahrungen der Menschen untersuchen. Dies kann durch qualitative Methoden wie Interviews, teilnehmende Beobachtung und Fallstudien geschehen. 2. **Interdisziplinarität**: Eine interdisziplinäre Herangehensweise ist notwendig, um die komplexen Wechselwirkungen zwischen Religion, Kultur, Gesellschaft und Individuum zu verstehen. Soziologie, Psychologie und Kulturwissenschaften spielen hierbei eine wichtige Rolle. 3. **Fokus auf Subjektivität**: Die subjektiven Bedeutungen und individuellen Sinnstiftungsprozesse stehen im Mittelpunkt. Es geht darum zu verstehen, wie Menschen Religion in ihrem Alltag erleben und welche Rolle sie in ihrem Leben spielt. 4. **Praktische Relevanz**: Die Forschung sollte praxisrelevant sein und konkrete Impulse für die kirchliche Praxis und die religiöse Bildung liefern. Ziel ist es, die religiöse Praxis zu unterstützen und zu fördern, indem man besser versteht, wie Menschen heute Religion leben und erleben. 5. **Pluralität und Offenheit**: Anerkennung der religiösen Pluralität und Offenheit gegenüber verschiedenen religiösen Ausdrucksformen und Traditionen. Dies bedeutet auch, dass nicht nur christliche, sondern auch andere religiöse Praktiken und Erfahrungen in den Blick genommen werden. Durch diese Ausrichtung trägt Gräbs Verständnis von Religion dazu bei, die praktisch-theologische Forschung näher an die Lebenswirklichkeit der Menschen zu bringen und sie relevanter für die heutige Gesellschaft zu machen.
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Die genaue Anzahl der Religionen weltweit lässt sich nicht eindeutig bestimmen, da es viele verschiedene Glaubensrichtungen, Untergruppen und lokale Traditionen gibt. Schätzungen gehen davon... [mehr]
Die „sechs Basen der Religion“ sind kein feststehender Begriff in der Wissenschaft oder Religionswissenschaft. Möglicherweise beziehst du dich auf ein bestimmtes Modell oder eine Theo... [mehr]
Tirthankaras sind im Jainismus spirituelle Lehrer und Wegbereiter, die als höchste Vorbilder gelten. Das Wort „Tirthankara“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich „F... [mehr]
Im Christentum wird Sündenvergebung grundsätzlich durch Reue, Umkehr und den Glauben an Gott beziehungsweise an Jesus Christus ermöglicht. wichtigsten sündenvergebenden Elemente si... [mehr]
Die Kurden sind ein Volk mit vielfältigen religiösen Traditionen. Die Mehrheit der Kurden gehört dem sunnitischen Islam (meist der schafiitischen Rechtsschule) an. Es gibt aber auch bed... [mehr]
Ja, das ist ein zentraler Punkt in der Religionsphilosophie und Theologie. Religionen basieren in der Regel auf Glaubensüberzeugungen, die sich nicht vollständig durch empirische Beweise ode... [mehr]