Steht im Koran, dass sich Muslime nicht mit Ungläubigen verbinden dürfen?

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Im Koran gibt es Verse, die sich mit dem Verhältnis von Muslimen zu Nichtmuslimen beschäftigen. Häufig zitierte Stellen sind zum Beispiel Sure 5, Vers 51 oder Sure 3, Vers 28. Diese Verse werden unterschiedlich interpretiert, je nach Kontext und Auslegungstradition. Ein Beispiel (Sure 5, Vers 51, Übersetzung nach Rudi Paret): > "O die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und die Christen zu Freunden (Schutzherren). Sie sind einander Freunde. Wer von euch sie zu Freunden nimmt, gehört zu ihnen." Viele islamische Gelehrte betonen, dass diese Verse im historischen Kontext der damaligen politischen und militärischen Auseinandersetzungen zu verstehen sind und sich nicht pauschal auf alle Beziehungen zu Nichtmuslimen beziehen. In anderen Versen des Korans wird zu Gerechtigkeit und Freundlichkeit gegenüber Andersgläubigen aufgerufen (z.B. Sure 60, Vers 8). Die Auslegung ist also unterschiedlich: Während einige Gruppen daraus ein Verbot enger Bindungen ableiten, sehen andere darin keinen Widerspruch zu freundschaftlichen oder geschäftlichen Beziehungen mit Nichtmuslimen, solange diese auf Respekt und Gerechtigkeit beruhen. Eine pauschale Aussage, dass Muslime sich grundsätzlich nicht mit Nichtmuslimen "verbinden" dürfen, lässt sich aus dem Koran nicht ableiten. Es kommt auf den Kontext, die Auslegung und die jeweilige Situation an.

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