Warum beginnt das Glaubensbekenntnis mit „Ich glaube an Gott“ – weil man bewusst etwas bekennt, das man nicht sicher weiß?

Antwort vom

Die Annahme trifft so nicht zu. „Ich glaube …“ im Glaubensbekenntnis ist nicht primär so formuliert, um zu sagen: „Ich weiß es nicht“, sondern um eine **Glaubens- und Vertrauenshaltung** auszudrücken: ein persönliches Bekenntnis, eine Zustimmung und Bindung an Gott und an die zentralen Inhalte des christlichen Glaubens. In der klassischen christlichen Unterscheidung ist **Glaube** nicht einfach „Unsicherheit“ oder „bloße Vermutung“, sondern eine Form von **Überzeugtsein/Vertrauen**, die sich nicht auf naturwissenschaftliche Beweisbarkeit stützt. Man kann daher sagen: Es ist bewusst als *Bekenntnis* formuliert (nicht als Mess- oder Beweisbehauptung), aber nicht im Sinn von „man spricht über etwas, das man nicht weiß“, sondern im Sinn von „man bekennt, worauf man sein Vertrauen setzt und was man für wahr hält“.

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