Nein: Für PPMS ist Rotlichttherapie derzeit keine empfohlene Behandlung, weil es dafür keinen belastbaren Wirksamkeitsnachweis gibt und die MS-Leitlinie sie nicht als Standardtherapie fü...
Wie lässt sich bei PPMS der Erfolg von Ocrevus feststellen?
Antwort vom**Den Erfolg von Ocrevus bei PPMS erkennt man meist nicht an einer spürbaren Besserung, sondern daran, dass sich die Verschlechterung verlangsamt oder vorübergehend stabil bleibt.** Bei primär progredienter MS ist genau das der realistische Maßstab: weniger Fortschreiten, nicht „Symptome verschwinden“. ([register.awmf.org](https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-050l_S2k_Diagnose-Therapie-Multiple-Sklerose-Neuromyelitis-Optica-Spektrum-MOG-IgG-assoziierte-Erkrankungen_2025-02.pdf)) ## Woran man den Erfolg konkret misst Entscheidend sind drei Ebenen: Gehfähigkeit, neurologischer Status und MRT. In der Zulassungsstudie bei PPMS wurden vor allem bestätigte Behinderungszunahme, Gehstrecke bzw. Gehgeschwindigkeit und MRT-Veränderungen bewertet. Typische Verlaufsmarker sind der EDSS-Wert, der Timed-25-Foot-Walk und neue oder größer werdende Läsionen im MRT. ([ncbi.nlm.nih.gov](https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK533354/)) Für den Alltag heißt das: Erfolg liegt vor, wenn über Monate keine klare zusätzliche Verschlechterung eintritt, zum Beispiel kein merklich schlechteres Gehen, keine neue dauerhafte Schwäche, keine neue relevante Einschränkung der Handfunktion und möglichst keine neue entzündliche Aktivität im MRT. Ein einzelner „guter“ oder „schlechter“ Tag sagt dagegen fast nichts aus. ([register.awmf.org](https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-050l_S2k_Diagnose-Therapie-Multiple-Sklerose-Neuromyelitis-Optica-Spektrum-MOG-IgG-assoziierte-Erkrankungen_2025-02.pdf)) ## Was kein guter Maßstab ist Bei PPMS ist „Ich fühle mich nicht besser“ kein Beweis dafür, dass Ocrevus nicht wirkt. Ocrelizumab soll vor allem das Fortschreiten bremsen. Deshalb kann die Therapie sinnvoll sein, obwohl Müdigkeit, Spastik oder Gangunsicherheit subjektiv ähnlich bleiben. ([register.awmf.org](https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-050l_S2k_Diagnose-Therapie-Multiple-Sklerose-Neuromyelitis-Optica-Spektrum-MOG-IgG-assoziierte-Erkrankungen_2025-02.pdf)) Ebenso ist ein frühes Urteil oft falsch. Die Behandlung wird üblicherweise langfristig beurteilt; in Studien und in der Praxis erfolgt die Verlaufskontrolle über wiederholte Untersuchungen über viele Monate. ([ncbi.nlm.nih.gov](https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK533354/)) ## Praktisch sinnvoll: so lässt sich der Verlauf besser einschätzen Am nützlichsten ist ein einfacher Vorher-nachher-Vergleich mit festen Punkten alle 6 bis 12 Monate: - Gehstrecke ohne Pause - Zeit für eine kurze Standardstrecke - Treppensteigen - Handfunktion, etwa Knöpfe oder Schreiben - Blasenfunktion - Fatigue und Alltagsbelastbarkeit - neurologische Untersuchung - MRT nach Plan des Neurologen Das ist wichtiger als das Bauchgefühl nach einer Infusion, weil PPMS langsam verläuft und Veränderungen sonst leicht übersehen oder überschätzt werden. Die Leitlinie betont die strukturierte klinische und bildgebende Verlaufskontrolle. ([register.awmf.org](https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-050l_S2k_Diagnose-Therapie-Multiple-Sklerose-Neuromyelitis-Optica-Spektrum-MOG-IgG-assoziierte-Erkrankungen_2025-02.pdf)) ## Die klare Einordnung Wenn unter Ocrevus über 6 bis 12 Monate keine neue eindeutige Verschlechterung nachweisbar ist und das MRT stabil bleibt, ist das bei PPMS bereits ein Behandlungserfolg. Wenn sich trotz Therapie Gehfähigkeit, EDSS oder MRT klar verschlechtern, muss der Neurologe prüfen, ob die Erkrankung weiter aktiv ist, ob Begleitfaktoren dahinterstecken oder ob die Therapieziele nicht erreicht werden. ([register.awmf.org](https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-050l_S2k_Diagnose-Therapie-Multiple-Sklerose-Neuromyelitis-Optica-Spektrum-MOG-IgG-assoziierte-Erkrankungen_2025-02.pdf))
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