Als freiwilliges Mitglied weist du dein Einkommen gegenüber der Krankenkasse in der Regel mit dem aktuellen Einkommensteuerbescheid nach; solange der noch nicht vorliegt, verlangt die Kasse meist...
Für welche Ärzte brauche ich als gesetzlich Versicherte eine Überweisung?
Antwort vom**Als gesetzlich Versicherte brauchst du für die meisten Fachärzte heute keine Überweisung. Wirklich wichtig ist sie vor allem dann, wenn du in einem Hausarztprogramm bist, ein spezieller Versorgungsweg das verlangt oder du über die Terminservicestelle einen Termin vermitteln lassen willst.** ([aok.de](https://www.aok.de/pp/gg/daten-und-analysen/patientensteuerung/)) ## Wann du normalerweise **keine** Überweisung brauchst Du kannst in der gesetzlichen Krankenversicherung die meisten Facharztpraxen direkt aufsuchen, also zum Beispiel HNO, Orthopädie, Dermatologie, Kardiologie oder Neurologie. Die freie Arztwahl gilt grundsätzlich auch für Fachärzte. ([bundesgesundheitsministerium.de](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/aerztliche-behandlung)) Eine wichtige, oft missverstandene Ausnahme in die andere Richtung: Auch für den direkten Zugang zur Gynäkologie und Augenheilkunde ist keine Überweisung nötig; das ist sogar gesetzlich besonders hervorgehoben, wenn es um Terminvermittlung geht. ([bundesgesundheitsministerium.de](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/T/Kabinettvorlage_Gesetzesentwurf_TSVG.pdf)) Auch für ein psychotherapeutisches Erstgespräch brauchst du keine Überweisung. ([kbv.de](https://www.kbv.de/positionen/dossiers/notfallversorgung/patientenservice-116117)) ## Wann du **doch** eine Überweisung brauchst Eine Überweisung ist typischerweise nötig, wenn du an einer **hausarztzentrierten Versorgung** teilnimmst. Dann verpflichtest du dich, zuerst über deine Hausarztpraxis zu gehen; Facharztbesuche ohne Überweisung können dann gegen die Vertragsregeln verstoßen. Genau das ist der praktische Unterschied: Nicht das GKV-System insgesamt zwingt dich zur Überweisung, sondern dein gewähltes Versorgungsmodell. ([aok.de](https://www.aok.de/gp/fileadmin/user_upload/Arzt_Praxis/Aerzte_Psychotherapeuten/Vertraege_Vereinbarungen/Hausarztzentrierte_Versorgung/Hessen/he_hzv_vertrag_faq.pdf)) Außerdem kann eine Überweisung erforderlich sein, wenn du einen Facharzttermin über die **Terminservicestelle 116117** vermittelt bekommen möchtest. Für Facharzttermine wird dabei grundsätzlich eine Überweisung verlangt; Ausnahmen gelten insbesondere für Augenärzte, Frauenärzte und Akutfälle. ([bundesgesundheitsministerium.de](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Praevention/Broschueren/Ratgeber_Patientenrechte_10-2019.pdf)) In Sonderformen wie der **ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV)** kann ebenfalls eine Überweisung nötig sein, etwa wenn ein zusätzlicher Facharzt außerhalb des Kernteams eingebunden wird. Das betrifft aber nicht den normalen Standard-Facharztbesuch. ([aok.de](https://www.aok.de/gp/arztpraxen/versorgung/asv/verordnung)) ## Was das für dich konkret bedeutet Im Alltag gilt: **Direkt zum Facharzt ist meistens erlaubt.** Eine Überweisung brauchst du nicht pauschal „für bestimmte Arztgruppen“, sondern vor allem in bestimmten **Organisations- oder Vertragsfällen**. ([aok.de](https://www.aok.de/pp/gg/daten-und-analysen/patientensteuerung/)) Der häufigste Fehler ist deshalb nicht, ohne Überweisung zum falschen Facharzt zu gehen, sondern zu übersehen, dass die **Praxis selbst**, deine **Krankenkasse im Hausarztmodell** oder die **Terminvermittlung über 116117** eine Überweisung verlangt. Genau dort solltest du im Zweifel zuerst nachsehen. ([aok.de](https://www.aok.de/pk/leistungen/medizinische-behandlung/facharztterminservice/))
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