Welche Unterstützung benötigen Menschen mit dissoziativer Identitätsstörung?

Antwort

Personen mit der Diagnose dissoziative Identitätsstörung (DIS) benötigen in der Regel vielfältige und individuell angepasste Hilfen. Zu den wichtigsten Unterstützungsmaßnahmen gehören: 1. **Psychotherapeutische Behandlung:** Die zentrale Hilfe ist eine spezialisierte Psychotherapie, meist mit traumatherapeutischem Schwerpunkt. Ziel ist es, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten, die Kommunikation zwischen den Persönlichkeitsanteilen zu fördern und die Integration oder Koordination der Identitäten zu unterstützen. 2. **Stabile therapeutische Beziehung:** Ein vertrauensvolles, sicheres therapeutisches Setting ist essenziell, da viele Betroffene schwere Bindungs- und Vertrauensprobleme haben. 3. **Krisenintervention:** Unterstützung in akuten Krisen, z.B. bei Selbstverletzungsgefahr, Suizidgedanken oder Flashbacks, ist wichtig. Hierzu können Notfallpläne und ggf. kurzfristige stationäre Aufenthalte gehören. 4. **Psychoedukation:** Aufklärung über die Erkrankung hilft Betroffenen und ihrem Umfeld, Symptome besser zu verstehen und mit ihnen umzugehen. 5. **Alltagsunterstützung:** Je nach Ausprägung der Symptome kann Hilfe im Alltag notwendig sein, z.B. durch betreutes Wohnen, Assistenzdienste oder Unterstützung bei der Strukturierung des Tagesablaufs. 6. **Soziale Unterstützung:** Ein stabiles soziales Netzwerk, Selbsthilfegruppen oder Austausch mit anderen Betroffenen können entlastend wirken. 7. **Medizinische Versorgung:** Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Schlafprobleme sollten ebenfalls behandelt werden. 8. **Schutz vor weiteren Traumatisierungen:** Ein sicherer Lebensraum und Schutz vor erneutem Missbrauch oder Gewalt sind grundlegend. Die konkrete Ausgestaltung der Hilfen sollte immer individuell erfolgen und sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der betroffenen Person orientieren.

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