Bei der klinischen Beurteilung eines Asthma-Fallbeispiels sind mehrere Schritte und Aspekte zu berücksichtigen: 1. **Anamnese**: - **Symptome**: Husten, Atemnot, pfeifende Atemgeräusche (Wheezing), Engegefühl in der Brust. - **Auslöser**: Allergene (z.B. Pollen, Hausstaubmilben), körperliche Anstrengung, kalte Luft, Infektionen der Atemwege. - **Häufigkeit und Schwere**: Wie oft treten die Symptome auf? Gibt es nächtliche Beschwerden? 2. **Körperliche Untersuchung**: - Auskultation der Lunge: Suche nach pfeifenden Atemgeräuschen oder anderen abnormalen Geräuschen. - Überprüfung der Atemfrequenz und des Sauerstoffsättigungsniveaus. 3. **Lungenfunktionstests**: - **Spirometrie**: Bestimmung des FEV1 (forciertes exspiratorisches Volumen in 1 Sekunde) und FVC (forcierte Vitalkapazität). Ein FEV1/FVC-Verhältnis von weniger als 70 % kann auf eine obstruktive Atemwegserkrankung hinweisen. - **Bronchodilatationstest**: Überprüfung der Reversibilität der Obstruktion nach Gabe eines Bronchodilatators. 4. **Allergietests**: - Hautpricktests oder spezifische IgE-Tests zur Identifizierung von Allergenen. 5. **Zusätzliche Untersuchungen**: - **Peak-Flow-Messung**: Überwachung der Atemflussrate zu Hause. - **Entzündungsmarker**: Messung von FeNO (exhalierter Stickstoffmonoxid) zur Beurteilung der Entzündung in den Atemwegen. 6. **Differenzialdiagnose**: - Ausschluss anderer Erkrankungen wie COPD, bronchiale Hyperreaktivität oder Herzinsuffizienz. Die Diagnose Asthma wird in der Regel gestellt, wenn die Symptome und die Ergebnisse der Lungenfunktionstests auf eine reversible Atemwegsobstruktion hinweisen. Eine umfassende Beurteilung ist entscheidend, um die richtige Behandlung und das Management des Asthmas zu planen.