Warum bildet das Privilegium Minus die Grundlage der eigenständigen Politik Österreichs?

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Das Privilegium Minus bildet die Grundlage der eigenständigen Politik Österreichs, weil es 1156 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa dem Babenberger Heinrich II. Jasomirgott verliehen wurde und das Herzogtum Österreich aus dem bayerischen Herzogtum herauslöste. Damit wurde Österreich ein eigenständiges, vom Reich unmittelbar abhängiges Herzogtum. Wichtige Punkte des Privilegium Minus: - **Erhebung zum Herzogtum:** Österreich wurde von einer Markgrafschaft zu einem eigenständigen Herzogtum erhoben. - **Erbfolge:** Es erlaubte eine besondere, auch weibliche Erbfolge (Erbtochterrecht), was für die damalige Zeit außergewöhnlich war. - **Sonderrechte:** Das Privilegium Minus gewährte dem österreichischen Herzog besondere Rechte, z. B. die freie Verfügung über das Land und die Möglichkeit, eigene Gesetze zu erlassen. - **Politische Selbstständigkeit:** Österreich erhielt damit eine größere Unabhängigkeit von Bayern und dem Kaiser, was die Grundlage für eine eigenständige Landespolitik schuf. Durch diese Privilegien konnte Österreich eine eigenständige politische Entwicklung nehmen, die letztlich zur Herausbildung eines eigenen Staates führte. Das Privilegium Minus ist daher ein Schlüsseldokument für die österreichische Geschichte und die Entwicklung einer eigenständigen österreichischen Politik. Weitere Informationen findest du z. B. bei der [Österreichischen Nationalbibliothek](https://www.onb.ac.at/archiv/ausstellungen/privilegium-minus).

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