Die Frage ist so, wie sie formuliert ist, historisch nicht ganz richtig: Zwischen 10 und 45 Jahren gab es ab 1933 keine einheitlichen „Altersstufen“ für Jungen und Mädchen, in de...
Hat Arendt Eichmann später als überzeugten Nazi erkannt?
Antwort vomHannah Arendt hat Adolf Eichmann in ihrem Werk „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ (1963) nicht als überzeugten Nazi im Sinne eines fanatischen Ideologen dargestellt. Sie beschreibt ihn vielmehr als einen Bürokraten, der – so ihre berühmte These – „ohne Motive“ und aus Gedankenlosigkeit handelte, also nicht aus tiefster Überzeugung, sondern aus Konformismus, Karrierismus und Unfähigkeit zum eigenständigen Denken. Allerdings ist diese Interpretation umstritten. In späteren Jahren, insbesondere nach der Veröffentlichung neuer Dokumente und der kritischen Auseinandersetzung mit Arendts Werk, wurde deutlich, dass Eichmann durchaus antisemitische und nationalsozialistische Überzeugungen hatte. Arendt selbst hat ihre Einschätzung jedoch nicht grundlegend revidiert. Sie blieb bei ihrer Analyse, dass Eichmann kein fanatischer Nazi-Ideologe war, sondern ein Funktionär, der sich dem System anpasste und seine Rolle im Holocaust aus Pflichtbewusstsein und Karrierestreben erfüllte. Zusammengefasst: Arendt hat Eichmann auch in späteren Jahren nicht als überzeugten Nazi im Sinne eines glühenden Ideologen erkannt, sondern als typischen Vertreter der „Banalität des Bösen“. Neuere Forschungen widersprechen dieser Sicht teilweise, aber Arendt selbst hat ihre Position nicht wesentlich geändert.
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