Welche Pflanzen mögen schwefelhaltigen Dünger, wie viel davon ist sinnvoll und welche Pflanzen nicht?

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**Schwefelhaltiger Dünger ist vor allem für stark zehrende Pflanzen sinnvoll – aber nur in moderater Menge. Zu viel Schwefel versauert den Boden, und genau das schadet vielen Gartenpflanzen mehr als ein leichter Mangel.** ## Welche Pflanzen Schwefel eher mögen Besonders sinnvoll ist Schwefeldüngung bei Pflanzen mit höherem Nährstoffbedarf oder hohem Eiweißbedarf. Dazu zählen vor allem: - **Kohlarten**: Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl, Weißkohl, Rosenkohl - **Zwiebelgewächse**: Zwiebeln, Knoblauch, Lauch - **Sellerie** - **Spinat** - **Mais** - **Kartoffeln** - **Raps** im landwirtschaftlichen Anbau - **Rasen** bei intensivem Wachstum - **Rhododendron, Heidelbeeren, Azaleen** eher indirekt – nicht wegen „viel Schwefel als Nährstoff“, sondern weil schwefelhaltige Mittel den Boden saurer machen können, was diese Moorbeetpflanzen mögen. Die Landwirtschaftskammer NRW weist bei Rhododendren ausdrücklich darauf hin, dass Schwefel zur pH-Absenkung eingesetzt werden kann. ([landwirtschaftskammer.de](https://www.landwirtschaftskammer.de/verbraucher/garten/gartentipp053.htm)) Der wichtige Unterschied: **Gemüse braucht Schwefel als Nährstoff.** **Moorbeetpflanzen profitieren oft eher von der bodenversauernden Wirkung.** ([landwirtschaftskammer.de](https://www.landwirtschaftskammer.de/riswick/versuche/pflanzenbau/gruenland/veroeffentlichungen/schwefelduengung.htm)) ## Wieviel ist sinnvoll Für den Hausgarten rechnet man Schwefel nicht so exakt wie im Ackerbau, aber als grobe Orientierung gilt: - **normaler Gartenboden ohne sichtbaren Mangel**: meist **gar keine extra Schwefelgabe nötig** - **stark zehrendes Gemüse**: eher **kleine bis mittlere Gaben über einen Volldünger mit Sulfat** - **Rhododendron/Heidelbeeren auf zu kalkigem Boden**: nur gezielt zur **pH-Senkung**, nicht „nach Gefühl“ Aus dem Pflanzenbau ist gut belegt, dass Kulturen mit höherem Bedarf oft etwa **25–45 kg Schwefel pro Hektar und Jahr** benötigen; das zeigt vor allem die Größenordnung: Im Garten sind das **kleine Mengen**, nicht „eine Schaufel extra“. Schwefel sollte möglichst in **Sulfatform** gegeben werden, weil Pflanzen ihn so direkt aufnehmen; elementarer Schwefel wirkt deutlich langsamer. ([landwirtschaftskammer.de](https://www.landwirtschaftskammer.de/riswick/versuche/pflanzenbau/gruenland/veroeffentlichungen/schwefelduengung.htm)) Praktisch heißt das: Wenn auf dem Sack **Ammoniumsulfat, Kaliumsulfat, Magnesiumsulfat/Kieserit oder Bittersalz** steht, ist Schwefel enthalten. Dann lieber nach Herstellerangabe dosieren und nicht zusätzlich noch Schwefel streuen. ## Welche Pflanzen Schwefel eher nicht mögen Nicht „Schwefel an sich“ ist meist das Problem, sondern die **Versauerung des Bodens**. Eher ungeeignet oder nur vorsichtig: - **Lavendel** - **Rosmarin** - **Salbei** - **Thymian** - **viele mediterrane Kräuter** - **Pflanzen für kalkreiche Böden** - **viele Stauden auf alkalischem Boden** - **Obstgehölze und die meisten Zierpflanzen**, wenn der Boden ohnehin schon eher sauer ist Diese Pflanzen leiden nicht unbedingt sofort am Schwefel selbst, aber an einem **zu niedrigen pH-Wert**. Besonders **Ammoniumsulfat** und **elementarer Schwefel** wirken bodenversauernd; die Landwirtschaftskammer NRW beschreibt diese Wirkung ausdrücklich als physiologisch sauer. ([landwirtschaftskammer.de](https://www.landwirtschaftskammer.de/riswick/versuche/pflanzenbau/gruenland/veroeffentlichungen/schwefelduengung.htm)) ## Woran du dich im Garten am besten hältst Die einfachste Regel ist: - **Kohl, Lauch, Zwiebeln, Sellerie, Kartoffeln**: schwefelhaltiger Dünger ist oft sinnvoll - **Rhododendron, Heidelbeeren**: nur gezielt zur Bodenansäuerung - **Kräuter aus dem Mittelmeerraum**: eher kein zusätzlicher Schwefel - **ohne Bodenanalyse**: nie hoch dosieren Der häufigste Fehler ist nicht Schwefelmangel, sondern **blindes Düngen mit dem falschen Produkt**. Wenn dein Boden schon sauer ist, kann ein schwefelhaltiger Dünger mehr schaden als nützen.

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