Divergenz und Konvergenz beschreiben in der Neurobiologie, wie Nervenzellen (Neuronen) Informationen weiterleiten und verarbeiten – auch in der Retina (Netzhaut) des Auges. **Konvergenz** bedeu... [mehr]
Konvergenz und Divergenz sind zentrale Begriffe in der Neurobiologie, insbesondere beim Verständnis der Verschaltung im visuellen System und der Funktion rezeptiver Felder von Ganglienzellen in der Netzhaut. **Konvergenz** bedeutet, dass Signale von mehreren vorgeschalteten Nervenzellen (z.B. Photorezeptoren oder Bipolarzellen) auf eine nachgeschaltete Nervenzelle (z.B. eine Ganglienzelle) zusammenlaufen. **Divergenz** beschreibt den umgekehrten Fall: Eine Nervenzelle gibt ihr Signal an mehrere nachgeschaltete Zellen weiter. **Bezug zur Ausdehnung und Funktion des rezeptiven Feldes:** - **Ausdehnung des rezeptiven Feldes:** Das rezeptive Feld einer Ganglienzelle ist der Bereich der Netzhaut, von dem aus Lichtreize die Aktivität dieser Zelle beeinflussen können. Je mehr Photorezeptoren (über Bipolarzellen) auf eine Ganglienzelle konvergieren, desto größer ist das rezeptive Feld dieser Ganglienzelle. In der Peripherie der Netzhaut ist die Konvergenz hoch: Viele Stäbchen und Zapfen projizieren auf wenige Ganglienzellen, was zu großen rezeptiven Feldern führt. In der Fovea (dem Zentrum des schärfsten Sehens) ist die Konvergenz gering, oft projiziert ein Zapfen auf eine Bipolarzelle und diese auf eine Ganglienzelle – das rezeptive Feld ist klein. - **Funktion des rezeptiven Feldes:** Die Konvergenz beeinflusst auch die Funktion: Hohe Konvergenz (großes rezeptives Feld) erhöht die Lichtempfindlichkeit, da schwache Signale von vielen Rezeptoren summiert werden können. Allerdings geht dabei die räumliche Auflösung verloren, weil die genaue Herkunft des Signals nicht mehr differenziert werden kann. Geringe Konvergenz (kleines rezeptives Feld) ermöglicht eine hohe räumliche Auflösung, da die Ganglienzelle sehr spezifisch auf einen kleinen Bereich der Netzhaut reagiert. - **Divergenz** spielt eine Rolle, indem Signale von einer Bipolarzelle auf mehrere Ganglienzellen verteilt werden können. Dadurch können verschiedene Aspekte eines Reizes (z.B. Helligkeit, Kontrast) parallel verarbeitet werden. **Zusammengefasst:** Konvergenz vergrößert das rezeptive Feld und erhöht die Empfindlichkeit, verringert aber die Auflösung. Divergenz ermöglicht die parallele Verarbeitung verschiedener Reizmerkmale. Beide Prinzipien bestimmen maßgeblich die Ausdehnung und Funktion der rezeptiven Felder von Ganglienzellen in der Netzhaut.
Divergenz und Konvergenz beschreiben in der Neurobiologie, wie Nervenzellen (Neuronen) Informationen weiterleiten und verarbeiten – auch in der Retina (Netzhaut) des Auges. **Konvergenz** bedeu... [mehr]
Bei der synoptischen Signalkonvergenz, einem Begriff aus der Neurobiologie, beschreibt man, wie Signale von mehreren Nervenzellen (Präsynapsen) auf eine einzelne nachgeschaltete Nervenzelle (Post... [mehr]