Was bedeuten Divergenz und Konvergenz bei der Informationsverschaltung in der Retina?

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Divergenz und Konvergenz beschreiben in der Neurobiologie, wie Nervenzellen (Neuronen) Informationen weiterleiten und verarbeiten – auch in der Retina (Netzhaut) des Auges. **Konvergenz** bedeutet, dass Signale von mehreren Fotorezeptoren (z.B. Stäbchen oder Zapfen) auf eine einzige nachgeschaltete Nervenzelle (z.B. Bipolarzelle oder Ganglienzelle) zusammenlaufen. Das heißt: Viele Zellen senden ihre Information an eine gemeinsame Zelle weiter. In der Retina ist die Konvergenz besonders bei Stäbchen ausgeprägt. Das führt dazu, dass das Gehirn zwar weniger Details (geringere Auflösung), aber eine höhere Lichtempfindlichkeit erhält – wichtig für das Sehen bei schwachem Licht. **Divergenz** bedeutet, dass die Information von einer einzelnen Nervenzelle auf mehrere nachgeschaltete Zellen verteilt wird. In der Retina kann ein Fotorezeptor seine Signale an mehrere Bipolarzellen weitergeben, sodass die Information auf verschiedene Signalwege verteilt wird. Das erhöht die Vielfalt der verarbeiteten Informationen und ermöglicht unterschiedliche Aspekte der Bildverarbeitung (z.B. Kontrast, Bewegung). **Zusammengefasst:** - **Konvergenz:** Viele Zellen → eine Zelle (Signalbündelung, höhere Empfindlichkeit, geringere Auflösung) - **Divergenz:** Eine Zelle → viele Zellen (Signalverteilung, parallele Verarbeitung) Beide Prinzipien sind wichtig, damit die Retina sowohl empfindlich auf Licht reagieren als auch komplexe Bildinformationen effizient verarbeiten kann.

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