Was ist die Knowledge-in-pieces-Theorie von diSessa?

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Die Knowledge-in-Pieces-Theorie von Andrea diSessa ist ein Ansatz zur Erklärung, wie Menschen Wissen erwerben und anwenden, insbesondere im Bereich des naturwissenschaftlichen Lernens. DiSessa argumentiert, dass Wissen nicht als einheitliches, kohärentes System existiert, sondern aus vielen kleinen, kontextabhängigen Wissensstücken oder "Stücken" besteht. Diese Stücke sind oft informell und situativ, was bedeutet, dass sie in bestimmten Kontexten nützlich sind, aber nicht immer in anderen. Ein zentrales Konzept der Theorie ist, dass Lernende beim Problemlösen oder beim Verstehen von Konzepten auf diese Wissensstücke zurückgreifen. Diese Stücke können aus persönlichen Erfahrungen, intuitiven Vorstellungen oder formalen Lerninhalten stammen. Die Theorie hebt hervor, dass das Verständnis von komplexen Konzepten oft das Zusammenspiel und die Integration dieser verschiedenen Wissensstücke erfordert. DiSessa betont auch die Bedeutung von "Kompetenzen" und "Wissen", die in spezifischen Kontexten aktiviert werden. Dies führt zu der Erkenntnis, dass Lehrmethoden, die auf die Aktivierung und Integration dieser Wissensstücke abzielen, effektiver sein können, um tiefes Verständnis zu fördern.

Kategorie: Bildung Tags: Theorie Lernen Wissen
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