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Wie richtet man ein natives verschlüsseltes ext4-Dateisystem mit mkfs und mount ohne LUKS und dm-crypt ein?
Antwort vomDas ext4-Dateisystem selbst bietet keine native Verschlüsselung auf Dateisystemebene wie z.B. LUKS/dm-crypt (Blockgeräte-Verschlüsselung). Allerdings unterstützt ext4 seit Linux 4.1 die sogenannte **Filesystem-level Encryption** (fscrypt), auch als "ext4 native encryption" bekannt. Diese Verschlüsselung funktioniert auf Verzeichnisebene und ist nicht mit LUKS/dm-crypt zu verwechseln. **Voraussetzungen:** - Linux-Kernel ≥ 4.1 (besser ≥ 5.x) - e2fsprogs ≥ 1.43 - Das Paket `fscrypt` (https://github.com/google/fscrypt) **Schritte zur Erstellung und Nutzung:** 1. **Dateisystem anlegen (wie gewohnt):** ```bash mkfs.ext4 /dev/sdXn ``` 2. **Mounten:** ```bash mount /dev/sdXn /mnt/mydata ``` 3. **fscrypt installieren:** - Unter Debian/Ubuntu: ```bash sudo apt install fscrypt ``` - Unter Fedora: ```bash sudo dnf install fscrypt ``` 4. **Dateisystem für fscrypt vorbereiten:** ```bash sudo fscrypt setup /mnt/mydata ``` 5. **Verschlüsseltes Verzeichnis anlegen:** ```bash sudo mkdir /mnt/mydata/secret sudo fscrypt encrypt /mnt/mydata/secret ``` Du wirst nach einem Passwort gefragt und kannst ggf. weitere Optionen wählen. 6. **Verwendung:** - Nach dem Mounten des Dateisystems musst du das Verzeichnis mit `fscrypt unlock` freischalten: ```bash fscrypt unlock /mnt/mydata/secret ``` - Danach kannst du wie gewohnt auf das Verzeichnis zugreifen. **Wichtige Hinweise:** - Die Verschlüsselung gilt **nur für die so eingerichteten Verzeichnisse**, nicht für das gesamte Dateisystem. - Die Metadaten (z.B. Verzeichnisstruktur) sind teilweise weiterhin sichtbar. - fscrypt ist **kein Ersatz für LUKS/dm-crypt**, aber für viele Anwendungsfälle ausreichend. **Weitere Infos:** - [fscrypt GitHub](https://github.com/google/fscrypt) - [Kernel-Dokumentation](https://www.kernel.org/doc/html/latest/filesystems/fscrypt.html) **Zusammenfassung:** Ein "nativ verschlüsseltes ext4-Dateisystem" ohne LUKS/dm-crypt erreichst du mit `fscrypt` auf Verzeichnisebene. Das Dateisystem wird wie gewohnt erstellt und gemountet, die Verschlüsselung erfolgt dann gezielt auf Verzeichnisse mit Hilfe von `fscrypt`.
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