Was bedeutet kulturelle Gewalt?

Antwort

Der Begriff „kulturelle Gewalt“ wurde vom norwegischen Friedensforscher Johan Galtung geprägt. Er bezeichnet damit jene Aspekte einer Kultur – etwa Religion, Ideologie, Sprache, Kunst, Wissenschaft oder Medien –, die Gewaltanwendung oder Ungleichheit rechtfertigen oder legitimieren. Kulturelle Gewalt sorgt also dafür, dass direkte oder strukturelle Gewalt von einer Gesellschaft als „normal“, „natürlich“ oder „gerechtfertigt“ angesehen wird. Beispiele für kulturelle Gewalt sind etwa: - Religiöse oder traditionelle Überzeugungen, die Diskriminierung rechtfertigen (z. B. gegenüber Frauen oder Minderheiten) - Rassistische oder sexistische Stereotype in Medien und Sprache - Wissenschaftliche Theorien, die Ungleichheit als biologisch begründet darstellen Kulturelle Gewalt ist oft weniger sichtbar als direkte Gewalt (z. B. körperliche Angriffe), aber sie trägt dazu bei, dass solche Gewaltformen gesellschaftlich akzeptiert oder nicht hinterfragt werden.

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