Ist es laut Koran erlaubt, Ungläubige zu töten?

Antwort

Die Frage, ob es laut Koran erlaubt ist, „Ungläubige“ zu töten, wird häufig diskutiert und ist komplex. Im Koran gibt es Verse, die sich auf Krieg und den Umgang mit Nicht-Muslimen beziehen. Diese Verse stehen jedoch meist im historischen Kontext von Verteidigungssituationen und konkreten Konflikten zur Zeit des Propheten Mohammed. Wichtige Punkte: - Der Koran verbietet grundsätzlich das Töten Unschuldiger: „Und tötet nicht das Leben, das Allah verboten hat, außer nach Recht“ (Sure 17:33). - Kriegshandlungen werden im Koran meist als Verteidigung gegen Angriffe erlaubt: „Und kämpft auf dem Weg Allahs gegen diejenigen, die euch bekämpfen, aber begeht keine Übertretung. Wahrlich, Allah liebt nicht die Übertreter.“ (Sure 2:190). - Es gibt Verse, die zum Kampf gegen bestimmte Gruppen aufrufen (z.B. Sure 9:5), diese beziehen sich jedoch auf konkrete historische Situationen und werden von der Mehrheit der islamischen Gelehrten nicht als allgemeine Aufforderung verstanden. Die überwältigende Mehrheit der islamischen Gelehrten und Muslime interpretiert den Koran so, dass das Töten von Menschen allein aufgrund ihres Glaubens ausdrücklich verboten ist. Gewalt ist nur in klar definierten Ausnahmefällen (z.B. Selbstverteidigung) erlaubt. Zusammengefasst: Der Koran erlaubt nicht das Töten von „Ungläubigen“ allein aufgrund ihres Glaubens. Gewalt wird nur in bestimmten, klar umrissenen Situationen und unter strengen Bedingungen erlaubt. Die Auslegung und Anwendung dieser Verse ist zudem immer an den historischen Kontext gebunden.

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