Ein ökumenisches Konzil (im katholischen Sinn: vom Papst einberufen, mit den Bischöfen der Weltkirche) *kann* ein geeignetes Instrument sein, wenn es um verbindliche Klärungen in Lehre,...
Ein Konzil ist **nicht „sicher vonnöten“** – es kann ein sehr starkes Instrument sein, ist aber weder automatisch die beste noch die einzig wirksame Antwort auf Lehr‑ und Glaubwürdigkeitskrisen. **1) Was ein Konzil leisten kann – und was nicht** - **Kann:** verbindliche Klärungen in strittigen Lehrfragen, kirchenrechtliche und strukturelle Reformen mit hoher Autorität, ein gemeinsames Signal der Einheit und Prioritätensetzung. - **Kann nicht:** Glaubwürdigkeit „beschließen“. Missbrauchsaufarbeitung, Transparenz, Verantwortungsübernahme, Kulturwandel und konsequente Sanktionen entstehen vor allem durch **konkrete Umsetzung** (auch gegen Widerstände) – nicht durch ein Großereignis allein. **2) Warum ein Konzil gerade jetzt auch riskant sein kann** - Ein Konzil bündelt Konflikte: Wenn die Kirche in zentralen Fragen stark polarisiert ist, kann ein Konzil **Spaltungen vertiefen**, weil Erwartungen maximal sind und Enttäuschungen entsprechend groß. - Es ist extrem komplex und langwierig; die dringendsten Glaubwürdigkeitsfragen (Aufarbeitung, Governance, Kontrolle von Macht, Finanzen, Personalverantwortung) brauchen oft **sofortige, überprüfbare Schritte**. **3) Wann ein Konzil sinnvoll wäre** Ein Konzil wäre eher dann angezeigt, wenn mindestens eines davon zutrifft: - Es gibt **weltkirchlich unklare Lehrfragen**, die nicht mehr durch gewöhnliches Lehramt, Synoden oder römische Entscheidungen befriedigend geklärt werden. - Es besteht ein breiter Konsens, dass nur ein Konzil die nötige **Autoritätsstufe** für Reformen (z.B. verbindliche Normen zur Machtkontrolle, Bischofsverantwortung, Verfahren) liefern kann. - Es ist realistisch, dass die Beschlüsse **implementiert und kontrolliert** werden (mit klaren Mechanismen, Fristen, Rechenschaft). **4) Was „nötiger“ wirkt als ein Konzil** Angesichts der Glaubwürdigkeitskrise sind meist wirksamer: - **Verbindliche, externe und transparente Aufarbeitung** (Aktenzugang, unabhängige Untersuchungen, Veröffentlichung, Entschädigung, Kooperation mit staatlichen Behörden). - **Konsequente Verantwortungslogik** für Leitung (klare Standards, Abberufungs‑/Sanktionsmechanismen, Rechenschaftspflichten). - **Reform der Macht‑ und Kontrollstrukturen** (Checks and balances, Finanztransparenz, Compliance). Diese Punkte können kirchenrechtlich auch ohne Konzil deutlich verschärft werden – entscheidend ist die Durchsetzung. **Fazit:** Ein Konzil *kann* helfen, wenn es um weltkirchlich verbindliche Klärungen und Reformen auf höchster Ebene geht und die Umsetzung gesichert ist. In der aktuellen Lage ist es aber nicht „sicher notwendig“; für Glaubwürdigkeit sind vor allem überprüfbare, konsequent umgesetzte Maßnahmen zur Verantwortung, Transparenz und Aufarbeitung entscheidend.
Ein ökumenisches Konzil (im katholischen Sinn: vom Papst einberufen, mit den Bischöfen der Weltkirche) *kann* ein geeignetes Instrument sein, wenn es um verbindliche Klärungen in Lehre,...
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