Nicht zwingend. Ein ökumenisches Konzil kann der katholischen Kirche große Orientierung, Klärung und geistliche Erneuerung geben. Historisch hatte es genau diese Funktion: Lehre pr&au...
Der deutschsprachige Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) ist kulturell weiterhin stark vom Christentum geprägt, religiös im Sinn von gelebtem, kirchlich gebundenem Glauben aber deutlich weniger „christlich“ als noch vor einigen Jahrzehnten. Von „Glauben verloren“ zu sprechen trifft einen Teil der Entwicklung, ist als Gesamturteil aber zu pauschal: Es gibt gleichzeitig Säkularisierung, Entkirchlichung und auch neue Formen von Glauben. **Was sich klar verändert hat** - **Kirchliche Bindung nimmt ab:** Mitgliedschaften, Gottesdienstbesuch, kirchliche Milieus und Selbstverständlichkeit von Kirche im Alltag sind stark zurückgegangen. Viele bleiben zwar „kulturell“ christlich (Feiertage, Rituale, Werte), leben den Glauben aber nicht mehr kirchlich. - **Glaube wird privater und vielfältiger:** Statt „Kirche als Standard“ gibt es mehr individuelle Spiritualität, selektive Praxis (z. B. nur zu Weihnachten, bei Taufen/Beerdigungen) und eine größere religiöse Pluralität (andere Religionen, Konfessionslose). - **Vertrauenskrisen wirken nach:** Missbrauchsskandale, institutionelle Konflikte und politische/gesellschaftliche Polarisierung haben bei vielen die Bindung an Kirchen zusätzlich geschwächt. **Was nicht stimmt, wenn man nur „Verlust“ sagt** - **Es gibt weiterhin engagierte Christen:** In Gemeinden, Orden, Freikirchen, Jugendbewegungen, sozialen Werken (Caritas/Diakonie) und neuen geistlichen Gemeinschaften ist der Glaube sehr lebendig – nur eben in kleineren, oft bewusster gewählten Gruppen. - **Christentum bleibt Referenzrahmen:** Sprache, Ethikdebatten, Bildungs- und Sozialstrukturen, Kunst und Feiertagskultur sind weiterhin stark christlich geprägt, auch wenn viele Menschen nicht (mehr) glauben. **Warum Pater Lässer und Pater Wallner Sorge haben können – und warum nicht alle Christen gleich reagieren** - **Pastorale Perspektive:** Wer täglich erlebt, dass Kirchen leerer werden, Berufungen fehlen und religiöses Wissen schwindet, sieht verständlicherweise eine Erosion. - **Unterschiedliche theologische Deutung:** Manche deuten die Entwicklung als Glaubensabfall; andere als „Reinigung“ von bloßer Tradition hin zu bewusster Entscheidung; wieder andere als Übergang zu neuen Formen von Kirche (kleiner, missionarischer, diakonischer). - **Unterschiedliche Milieus:** In Städten, akademischen Milieus und im Osten Deutschlands ist Säkularisierung oft stärker; in manchen Regionen, Migrantencommunities, Freikirchen oder ländlichen Gegenden kann christliche Praxis stabiler sein. **Fazit** Der deutschsprachige Raum ist heute weniger selbstverständlich christlich im Sinne von kirchlicher Praxis und Mehrheitsglauben, aber nicht „glaubenslos“. Eher gilt: **kulturell christlich, institutionell geschwächt, religiös plural und in aktiven Kernen weiterhin lebendig**.
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