Wie müssen Unternehmen Art 28 Abs. 2 und 3 des DSA bezüglich Minderjähriger umsetzen?

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Artikel 28 Abs. 2 und 3 des Digital Services Act (DSA) befasst sich mit dem Schutz von Minderjährigen im digitalen Raum. Unternehmen müssen dabei folgende Punkte beachten: 1. **Risikobew**: Unternehmen sind verpflichtet, eine Risikobewertung durchzuführen, um potenzielle Risiken für Minderjährige zu identifizieren, die durch ihre Dienste entstehen könnten. Dies umfasst die Analyse von Inhalten, die für Minderjährige schädlich sein könnten, sowie die Nutzung von Algorithmen, die das Nutzerverhalten beeinflussen. 2. **Schutzmaßnahmen**: Basierend auf der Risikobewertung müssen geeignete Schutzmaßnahmen implementiert werden. Dazu gehören unter anderem die Bereitstellung von Altersverifikationssystemen, um sicherzustellen, dass Minderjährige nicht auf unangemessene Inhalte zugreifen können, sowie die Möglichkeit für Eltern oder Erziehungsberechtigte, die Nutzung der Dienste zu überwachen oder einzuschränken. 3. **Transparenz und Information**: Unternehmen müssen transparent über die Risiken und die Schutzmaßnahmen informieren. Dies beinhaltet klare und verständliche Informationen für Nutzer und deren Eltern über die Art der Inhalte, die auf der Plattform verfügbar sind, sowie über die Maßnahmen, die zum Schutz von Minderjährigen ergriffen werden. 4. **Berichterstattung**: Unternehmen sind verpflichtet, regelmäßig über die Wirksamkeit ihrer Schutzmaßnahmen zu berichten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen, um den sich ändernden Risiken gerecht zu werden. Die Umsetzung dieser Anforderungen erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, den Aufsichtsbehörden und anderen relevanten Akteuren, um einen sicheren digitalen Raum für Minderjährige zu gewährleisten.

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