Eine externe Kanzlei hat bei der Art.-28-DSGVO-Vendorauditierung nicht die Aufgabe, die Verantwortung zu übernehmen, sondern die Prüfung rechtlich zu strukturieren, zu dokumentieren und mit...
Wie müssen Patientendaten eines Psychologen nach DSGVO gespeichert werden?
Antwort vomPatientendaten in einer psychologischen Praxis sind nach DSGVO **Gesundheitsdaten** (besondere Kategorie nach Art. 9 DSGVO) und müssen deshalb mit **erhöhten technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM)** gespeichert werden. Maßgeblich sind vor allem **Art. 5, 9, 24, 25, 30, 32 DSGVO** sowie in Deutschland ergänzend **§ 22 BDSG**; außerdem gelten berufsrechtliche **Schweigepflicht**-Vorgaben. ## 1) Grundprinzipien (Art. 5 DSGVO) - **Zweckbindung:** nur für Behandlung/Abrechnung/gesetzliche Pflichten. - **Datenminimierung:** nur notwendige Daten erheben/speichern. - **Richtigkeit:** Korrekturen ermöglichen. - **Speicherbegrenzung:** Lösch-/Aufbewahrungsfristen festlegen und umsetzen. - **Integrität/Vertraulichkeit:** Schutz vor unbefugtem Zugriff/Verlust. - **Rechenschaftspflicht:** alles muss dokumentiert nachweisbar sein. ## 2) Rechtsgrundlage (Art. 6 und Art. 9 DSGVO) Für Behandlung typischerweise: - Art. 6 Abs. 1 (z. B. Vertrag/Behandlungsverhältnis oder rechtliche Pflicht) **und** - Art. 9 Abs. 2 (z. B. Gesundheitsversorgung/Behandlung durch Berufsgeheimnisträger bzw. unter Geheimhaltungspflicht). **Einwilligung** ist im Behandlungsverhältnis oft nicht die beste Hauptgrundlage (Widerruf, Abhängigkeitsverhältnis), kann aber für **Zusatz-Zwecke** (z. B. Newsletter, Forschung, besondere Übermittlungen) nötig sein. ## 3) Konkrete Anforderungen an die Speicherung (Art. 32 DSGVO – TOM) **Papierakten** - abschließbare Schränke/Räume, geregelter Schlüsselzugang - keine Einsicht durch Dritte (Empfang, Reinigung, Mitbewohner etc.) - Transport nur gesichert (verschlossene Tasche), keine Ablage im Auto **Digitale Akten** - **Verschlüsselung**: Datenträger/Server (Full-Disk) und idealerweise Akten/Backups zusätzlich - **Zugriffskontrolle**: individuelle Nutzerkonten, starke Passwörter, **2FA**, Rollen/Rechte (Need-to-know) - **Protokollierung**: Zugriffe/Änderungen nachvollziehbar (Audit-Logs) - **Backups**: regelmäßig, verschlüsselt, getrennt aufbewahrt; Wiederherstellung testen - **Aktualität**: Patch-Management, Virenschutz/EDR, Firewall - **Geräteschutz**: Bildschirmsperre, automatische Sperrzeiten, keine privaten Geräte ohne MDM/Regeln - **E-Mail/Kommunikation**: keine unverschlüsselten Gesundheitsdaten per normaler E‑Mail; sichere Kanäle/Portale nutzen - **Cloud/IT-Dienstleister**: nur mit **Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)** und geeigneten Garantien; Datenstandort/Unterauftragsverarbeiter prüfen ## 4) Datenschutz durch Technik & Voreinstellungen (Art. 25 DSGVO) - Standardmäßig **minimaler Zugriff**, kurze Aufbewahrung, keine unnötigen Felder - getrennte Ablage von besonders sensiblen Zusatzinfos (z. B. Drittdaten) - Pseudonymisierung, wo möglich (z. B. für Auswertungen) ## 5) Dokumentationspflichten - **Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten** (Art. 30) - **TOM-Dokumentation** (Art. 32) - **Löschkonzept** inkl. Fristen und Verantwortlichkeiten - **Berechtigungskonzept** (wer darf was) - **Schulungen/Vertraulichkeitsverpflichtungen** für Mitarbeitende - **Meldeprozess** für Datenschutzverletzungen (Art. 33/34; 72‑Stunden-Frist) ## 6) Aufbewahrung & Löschung Die DSGVO verlangt „nicht länger als nötig“, aber es gibt **gesetzliche/berufsrechtliche Aufbewahrungspflichten** (in Deutschland häufig **mehrere Jahre**, je nach Dokumentart). Praktisch heißt das: - Fristen je Dokumenttyp festlegen (Behandlungsdokumentation, Abrechnung, Korrespondenz) - nach Fristablauf **sicher löschen/vernichten** (Papier: Aktenvernichter mind. Sicherheitsst