Lieferungsverzug nach § 286 und § 276 BGB erklärt

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**Lieferungsverzug** bedeutet: Der Schuldner liefert **nicht rechtzeitig**, obwohl die Leistung **fällig** und **möglich** ist, und er das **zu vertreten** hat. ### Grundlage aus **§ 286 BGB** § 286 regelt den **Verzug des Schuldners**. Auf eine Lieferung bezogen heißt das im Kern: Voraussetzungen für Lieferungsverzug: 1. **Es gibt einen wirksamen Anspruch auf Lieferung.** 2. **Die Lieferung ist fällig.** 3. **Der Verkäufer liefert nicht rechtzeitig.** 4. In der Regel braucht es eine **Mahnung** des Käufers. Eine Mahnung ist aber **nicht nötig**, wenn - ein **kalendermäßig bestimmter Termin** vereinbart wurde, z. B. „Lieferung am 10. März“, - oder der Termin eindeutig berechenbar ist, - oder besondere gesetzliche Ausnahmen greifen. 5. Der Schuldner muss die Verzögerung **zu vertreten** haben. ### Bedeutung von **§ 276 BGB** § 276 BGB erklärt, was „**zu vertreten**“ heißt: Der Schuldner haftet grundsätzlich für **Vorsatz und Fahrlässigkeit**. Das bedeutet: - **Vorsatz**: Er weiß, dass er zu spät liefert, und nimmt das in Kauf. - **Fahrlässigkeit**: Er beachtet die erforderliche Sorgfalt nicht, z. B. schlechte Organisation, verspätete Bestellung beim Vorlieferanten, keine rechtzeitige Versandvorbereitung. Kein Vertretenmüssen liegt vor, wenn der Schuldner die Verspätung **nicht verschuldet** hat, etwa bei einem echten, unvermeidbaren Hindernis. ### Rechtsfolgen des Lieferungsverzugs Ist der Verkäufer im Lieferungsverzug, kann der Käufer grundsätzlich: - **Erfüllung weiter verlangen** - **Verzugsschaden** ersetzt verlangen, z. B. Mehrkosten - unter weiteren Voraussetzungen **vom Vertrag zurücktreten** - ggf. **Schadensersatz statt der Leistung** verlangen ### Kurzformel **Lieferungsverzug = fällige Lieferung + nicht rechtzeitig geliefert + Mahnung entbehrlich oder erfolgt + Verschulden nach § 276 BGB.** ### Einfaches Beispiel Ein Händler soll am **15. März** liefern. Er liefert nicht. Da ein fester Termin vereinbart war, braucht es **keine Mahnung**. Wenn die Verspätung auf schlechter Planung beruht, hat er sie nach **§ 276 BGB fahrlässig zu vertreten**. Dann liegt **Lieferungsverzug nach § 286 BGB** vor.

Kategorie: Recht Tags: Lieferungsverzug Verzug BGB

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