Eine Zustimmung nach DSGVO ist nicht pauschal für eine feste Zeit gültig. Sie gilt nur so lange, wie sie für den konkreten Zweck noch informiert, aktuell und für die betroffene Per...
Wie gut sind die Erfolgsaussichten für Betroffene, deren Daten bei einer Datenpanne unbefugt offengelegt wurden?
Antwort vomDie Erfolgsaussichten hängen vor allem davon ab, **ob ein konkreter (materieller oder immaterieller) Schaden nachweisbar ist** und ob der Verantwortliche **gegen Pflichten der DSGVO** verstoßen hat. - **Anspruchsgrundlage:** Art. 82 DSGVO (Schadensersatz) sowie ggf. nationale Ansprüche (z.B. Unterlassung/Beseitigung). - **Was der Betroffene darlegen muss:** 1) **Datenpanne** (unbefugte Offenlegung), 2) **Verstoß** gegen DSGVO-Pflichten (z.B. unzureichende technische/organisatorische Maßnahmen), 3) **Schaden** und 4) **Kausalität** zwischen Panne und Schaden. - **Immaterieller Schaden („Schmerzensgeld“):** Grundsätzlich möglich auch ohne finanziellen Verlust, aber **nicht automatisch**. Erforderlich ist eine **spürbare Beeinträchtigung** (z.B. nachvollziehbare Angst/Belastung, Kontrollverlust, Stigmatisierungsrisiko, konkrete Missbrauchsgefahr). Reine „Unannehmlichkeit“ reicht typischerweise nicht. - **Beweis- und Entlastungslage:** Der Verantwortliche kann sich nur entlasten, wenn er nachweist, **für den Umstand nicht verantwortlich** zu sein (Art. 82 Abs. 3 DSGVO). In der Praxis verbessert das oft die Position des Betroffenen, ersetzt aber nicht den Schadensnachweis. - **Was die Chancen deutlich erhöht:** - Offenlegung **sensibler Daten** (Gesundheit, Sexualleben, Religion, politische Meinung) oder **Ausweisdaten/Bankdaten/Passwörter** - **Konkreter Missbrauch** (Identitätsdiebstahl, Kontoübernahmen, Betrug) oder nachweisbare Folgekosten - Nachweisbar **schwache Sicherheitsmaßnahmen** oder verspätete/fehlende Benachrichtigung nach Art. 33/34 DSGVO - **Typisches Ergebnisbild:** - **Gut**, wenn Missbrauch oder erhebliche Risiken/Belastungen konkret darstellbar sind. - **Mittel bis eher gering**, wenn nur eine abstrakte Befürchtung ohne greifbare Folgen vorliegt. Orientierung: Häufig werden bei „nur“ unbefugter Offenlegung ohne nachweisbaren Missbrauch eher **niedrige bis mittlere** Beträge zugesprochen; bei sensiblen Daten oder konkretem Missbrauch können sie **deutlich höher** ausfallen.