Was ist eine echte Drückkündigung und welche rechtlichen Folgen hat sie?

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Eine echte Drückkündigung liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer unter erheblichem Druck oder Zwang zur Kündigung seines Arbeitsverhältnisses bewegt wird. Dies kann durch Drohungen, unzumutbare Arbeitsbedingungen oder andere Formen der Nötigung geschehen. Rechtliche Folgen einer echten Drückkündigung können vielfältig sein: 1. **Anfechtung der Kündigung**: Der Arbeitnehmer kann die Kündigung wegen widerrechtlicher Drohung anfechten (§ 123 BGB). Wird die Anfechtung erfolgreich, gilt die Kündigung als von Anfang an unwirksam. 2. **Kündigungsschutzklage**: Der Arbeitnehmer kann innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen (§ 4 KSchG). Das Gericht prüft dann, ob die Kündigung sozial gerechtfertigt ist. 3. **Schadensersatzansprüche**: Der Arbeitnehmer kann unter Umständen Schadensersatzansprüche gegen den Arbeitgeber geltend machen, wenn ihm durch die Drückkündigung ein finanzieller Schaden entstanden ist. 4. **Strafrechtliche Konsequenzen**: In extremen Fällen kann das Verhalten des Arbeitgebers strafrechtlich relevant sein, z.B. als Nötigung (§ 240 StGB). Es ist ratsam, in solchen Fällen rechtlichen Rat von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht einzuholen.

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