Ja – aber nur dann, wenn für diese Werbeeinblendungen überhaupt personenbezogene Daten verarbeitet werden und die Werbung als Direktwerbung einzuordnen ist. Dann ist Art. 21 DSGVO meis...
Worauf muss ein Unternehmen achten, wenn es B2B-Adressdaten von Acxiom kauft, und ist es akzeptabel, wenn Acxiom keine Mitverantwortung für die DSGVO-Einhaltung übernimmt?
Antwort vomBeim Kauf von B2B-Adressdaten (auch „Firmendaten“) von Acxiom ist DSGVO-rechtlich vor allem zu prüfen, **ob und in welchem Umfang personenbezogene Daten** enthalten sind (z. B. Namen, direkte Durchwahlen, E‑Mail-Adressen wie `vorname.nachname@…`, Rollenprofile, LinkedIn-URLs). Sobald das der Fall ist, greifen die üblichen DSGVO-Pflichten voll. ## Worauf du achten solltest (Checkliste) 1. **Rollen klären (Controller/Processor)** - Häufig sind **beide Parteien Verantwortliche** (du für deine Nutzung; Acxiom für Erhebung/Anreicherung/Verkauf). Dann braucht es **keinen AV-Vertrag**, sondern klare vertragliche Zusicherungen und Informationspflichten. - Nur wenn Acxiom Daten **ausschließlich in deinem Auftrag** verarbeitet (typisch eher bei Hosting/CRM-Services), wäre ein **Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)** nötig. 2. **Rechtsgrundlage für deine Nutzung** - Für B2B-Marketing wird oft **Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse)** genutzt; dafür brauchst du: - dokumentierte **Interessenabwägung (LIA)**, - **Datenminimierung** (nur was du wirklich brauchst), - **Widerspruchsmöglichkeit** und saubere Prozesse. - Für **E‑Mail-Marketing** gelten zusätzlich nationale Regeln (in DE v. a. UWG/„Spam“-Regeln). DSGVO allein reicht nicht. 3. **Transparenz/Informationspflichten (Art. 14 DSGVO)** - Bei „indirekt“ erhobenen Daten musst du Betroffene grundsätzlich **informieren** (Fristen/ Ausnahmen eng). Das ist in B2B-Listen der häufigste Compliance-Knackpunkt. - Vertraglich absichern, dass du die nötigen Infos bekommst (Datenquellenkategorien, Zwecke, Kategorien, Empfänger, Speicherdauer etc.). 4. **Nachweise zur Datenherkunft und -qualität** - Lass dir schriftlich geben: - **Quellenkategorien** (öffentlich, Partner, eigene Erhebung etc.), - **Aktualisierungszyklen**, Dubletten-/Korrekturprozesse, - Umgang mit **Bounces**, Rollenwechseln, Sperrlisten, - ob **Opt-outs/Widersprüche** bereits berücksichtigt werden. 5. **Zweckbindung & Nutzungsrechte** - Vertraglich klar: **welche Zwecke** (z. B. Lead-Generierung, postalische Ansprache, Telefon, E‑Mail), **welche Kanäle**, **welche Länder**, **Weitergabe** an Dritte/Agenturen, **Anreicherung** mit eigenen Daten, **Profiling/Scoring** ja/nein. 6. **Datenübermittlungen in Drittländer** - Prüfen, ob Daten/Support/Hosting außerhalb EWR laufen. Dann brauchst du passende **Transfermechanismen** (z. B. SCC) und ggf. zusätzliche Maßnahmen. 7. **Sicherheit & Zugriff** - Technische/organisatorische Maßnahmen, Rollen-/Rechtekonzept, Logging, Verschlüsselung, Löschkonzept, Incident-Prozess. 8. **Sperrlisten & Betroffenenrechte** - Prozess für **Auskunft, Löschung, Widerspruch**. - Wichtig: **Suppression Lists** (Sperrlisten) dürfen/ müssen oft aufbewahrt werden, um erneute Ansprache zu verhindern (sauber begründen und absichern). ## Ist es „OK“, wenn Acxiom keine Mitverantwortung für DSGVO-Einhaltung trägt **So pauschal: nein, das ist ein rotes Tuch.** Zwar kann ein Vertrag regeln, dass **du** für **deine** Nutzung verantwortlich bist. Aber Acxiom kann sich nicht wirksam „freizeichnen“, soweit Acxiom selbst **Verantwortlicher** für Erhebung/Anreicherung/Weitergabe ist. Die DSGVO-Verantwortung folgt der tatsächlichen Rolle, nicht der Vertragsformulierung. **Praktisch akzeptabel** ist eine Klausel, die sagt: - du bist verantwortlich für **deine Zwecke/Kommunikation/Compliance in deinem System**, **und** - Acxiom sichert zu, dass **die Daten rechtmäßig erhoben/weitergegeben** wurden, Betroffenenrechte/Opt-outs berücksichtigt werden, Informationspflichten unterstützt werden, Transfers abgesichert sind etc., plus **Haftungs-/Freistellungsregelungen** bei Verstößen in Ac