Für einen Workshop mit suchtkranken Menschen eignen sich vor allem Themen, die sofort alltagsrelevant sind: Rückfallprävention, Craving bewältigen, Motivation stabilisieren, Scham...
Woran erkennt ein Psychologe als Auslöser für Kokainsucht bei einem 22-Jährigen Hinweis auf Missbrauch im Teenageralter?
Antwort vomEin Psychologe kann Hinweise auf einen möglichen Missbrauch in der Kindheit oder Jugend auch dann vermuten, wenn der Patient eigentlich wegen einer anderen Problematik – wie etwa Kokainabhängigkeit – in Behandlung ist. Es gibt dabei keine „sicheren“ Anzeichen, aber bestimmte Verhaltensweisen, Symptome oder biografische Hinweise können den Verdacht wecken. Dazu gehören zum Beispiel: - **Lücken oder Unklarheiten in der Biografie:** Wenn der Patient über bestimmte Lebensabschnitte nur vage oder ausweichend spricht. - **Starke emotionale Reaktionen:** Übertriebene Scham, Schuldgefühle, Angst oder Wut bei bestimmten Themen. - **Vermeidung bestimmter Themen:** Der Patient möchte über Sexualität, Beziehungen oder bestimmte Personen nicht sprechen. - **Psychische Symptome:** Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungssymptome, Selbstverletzungen oder dissoziative Zustände. - **Suchtverhalten:** Häufig ist Substanzmissbrauch (wie Kokain) ein Versuch, belastende Gefühle oder Erinnerungen zu betäuben. - **Beziehungsprobleme:** Schwierigkeiten, Nähe zuzulassen oder Vertrauen aufzubauen. - **Körperliche Symptome:** Unerklärliche Schmerzen, Schlafstörungen oder psychosomatische Beschwerden. Psychologen achten im Gespräch auf solche Hinweise und fragen bei Verdacht behutsam nach, ohne zu drängen. Oft ergibt sich der Verdacht erst im Verlauf der Therapie, wenn mehr Vertrauen aufgebaut wurde und der Patient sich öffnet. Wichtig: Ein Verdacht ist noch kein Beweis. Nur der Patient selbst kann entscheiden, ob und wann er über mögliche Missbrauchserfahrungen sprechen möchte.
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