Wie wirkt Jekyll & Hyde auf autistische Menschen?

Antwort

Der Begriff „Jekyll & Hyde-Eindruck“ bezieht sich auf das bekannte literarische Motiv aus dem Roman „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ von Robert Louis Stevenson. Es beschreibt eine Person, die zwei sehr unterschiedliche Seiten zeigt: eine freundliche, angepasste und eine gegensätzliche, oft negative oder unerwartete Seite. Im Zusammenhang mit Autismus wird manchmal berichtet, dass autistische Menschen in verschiedenen Situationen oder Umgebungen sehr unterschiedlich wirken können. Beispielsweise können sie in der Schule oder bei Fremden ruhig und angepasst erscheinen, während sie zu Hause, wo sie sich sicher fühlen, auffälligeres oder herausforderndes Verhalten zeigen. Außenstehende erleben dann oft nur eine Seite und sind überrascht, wenn sie von der anderen hören – das kann den Eindruck eines „Jekyll & Hyde“-Verhaltens erwecken. Wichtig ist: Dieses Verhalten ist keine bewusste Täuschung oder „Doppelgesichtigkeit“. Vielmehr liegt es oft daran, dass autistische Menschen in bestimmten Situationen ihre Anstrengungen, sich anzupassen („Masking“), stark erhöhen. Zu Hause, im sicheren Umfeld, fällt diese Anstrengung weg, und angestaute Überforderung oder Stress können sich entladen. Fazit: Der „Jekyll & Hyde-Eindruck“ bei autistischen Menschen ist ein Missverständnis, das aus unterschiedlichen Verhaltensweisen in verschiedenen Kontexten entsteht. Es ist wichtig, dies nicht als absichtliches oder manipulatives Verhalten zu deuten, sondern als Ausdruck von Überforderung und Anpassungsdruck. Weitere Informationen zum Thema findest du z.B. bei [Autismus Deutschland](https://www.autismus.de/) oder [Autismus-Kultur](https://www.autismus-kultur.de/).

Neue Frage stellen

Verwandte Fragen

Welche Fallstricke gibt es in einer Beziehung mit einer autistisch veranlagten Frau?

Eine Beziehung mit einer autistisch veranlagten Frau kann sehr bereichernd sein, bringt aber – wie jede Beziehung – auch spezifische Herausforderungen mit sich. Mögliche Fallstricke k... [mehr]

Warum ist der Kopf manchmal schneller als der Körper?

Der Ausdruck „Der Kopf ist manchmal schneller als der Mensch selbst“ beschreibt das Phänomen, dass unsere Gedanken oft schneller ablaufen, als wir körperlich oder verbal reagiere... [mehr]

Berühren autistische Männer Frauen spontan, wenn sie Interesse haben?

Autistische Männer können, wie alle Menschen, sehr unterschiedlich in ihrem Verhalten sein. Manche autistische Menschen haben ein erhöhtes Bedürfnis nach Distanz und empfinden Ber&... [mehr]

Warum sind die Bilder im Kopf keine echten Bilder?

Die Bilder im Kopf, also die sogenannten „mentalen Bilder“ oder „Vorstellungsbilder“, sind keine echten Bilder, weil sie nicht aus Licht bestehen und nicht physisch auf einer F... [mehr]

Wie merkt man, dass einen jemand ansieht, auch wenn man nicht hinschaut?

Das Gefühl, „angestarrt“ zu werden, ist ein weit verbreitetes Phänomen, das viele Menschen kennen. Wissenschaftlich gibt es dafür mehrere Erklärungsansätze, aber k... [mehr]

Warum werden Männer oft als ‚Augentiere‘ bezeichnet?

Die Aussage, dass Männer „Augentiere“ sind, bezieht sich auf die Beobachtung, dass Männer oft besonders auf visuelle Reize reagieren, insbesondere im Zusammenhang mit Attraktivit... [mehr]

Warum wirken beleuchtete Wohnungen beim nächtlichen Gassi gehen so gemütlich und perfekt, während die eigene ungemütlich erscheint?

Dieses Gefühl kennen viele Menschen: Beim Spaziergang im Dunkeln wirken beleuchtete Wohnungen oft besonders einladend und gemütlich. Dafür gibt es mehrere Gründe: 1. **Perspektive... [mehr]