Sigmund Freud entwickelte seine Angsttheorie ab etwa 1885 und veränderte sie im Laufe seiner Karriere mehrfach. In der frühen Phase (um 1885) unterschied Freud zunächst zwischen „... [mehr]
Sigmund Freud war ein Pionier der Psychologie und hat mit seiner Psychoanalyse das Verständnis des menschlichen Geistes maßgeblich geprägt. Aus heutiger Sicht gibt es Bereiche, in denen seine Annahmen durch aktuelle Forschung gestützt werden, und andere, in denen sie als überholt oder widerlegt gelten. **Wo Freud richtig lag:** 1. **Unbewusstes:** Freud betonte die Bedeutung unbewusster Prozesse für das Verhalten. Heute ist gut belegt, dass viele mentale Vorgänge unbewusst ablaufen und unser Verhalten beeinflussen (z.B. implizite Einstellungen, automatische Verhaltensweisen). 2. **Kindheit und Entwicklung:** Freud erkannte, dass frühe Kindheitserfahrungen einen großen Einfluss auf die spätere Persönlichkeit und psychische Gesundheit haben. Die Bindungsforschung und Entwicklungspsychologie bestätigen die Bedeutung früher Beziehungen und Erfahrungen. 3. **Abwehrmechanismen:** Viele von Freuds beschriebenen Abwehrmechanismen (wie Verdrängung, Projektion) werden heute in der Psychologie anerkannt und empirisch untersucht. **Wo Freud falsch lag oder seine Theorien überholt sind:** 1. **Sexualtrieb als Hauptantrieb:** Freud sah den Sexualtrieb (Libido) als zentralen Motor der menschlichen Entwicklung. Die heutige Forschung sieht menschliches Verhalten als vielschichtiger und von verschiedenen Motiven beeinflusst (z.B. Bindung, Macht, Selbstverwirklichung). 2. **Ödipuskomplex:** Die Annahme, dass alle Jungen in einer bestimmten Entwicklungsphase sexuelle Wünsche gegenüber der Mutter und Rivalität zum Vater empfinden, ist empirisch nicht haltbar. 3. **Wissenschaftlichkeit:** Viele von Freuds Theorien sind nicht empirisch überprüfbar oder widerlegbar (Falsifizierbarkeit). Die moderne Psychologie legt Wert auf überprüfbare Hypothesen und experimentelle Methoden. 4. **Therapieerfolg:** Die klassische Psychoanalyse ist zeitaufwendig und ihre Wirksamkeit ist im Vergleich zu anderen Therapieformen (z.B. kognitive Verhaltenstherapie) weniger gut belegt. **Fazit:** Freud hat wichtige Impulse für das Verständnis des Unbewussten und der Bedeutung der Kindheit gegeben. Viele seiner spezifischen Annahmen, insbesondere zur Sexualität und zu universellen Entwicklungskonflikten, gelten heute jedoch als überholt. Die moderne Psychologie baut auf einigen seiner Grundideen auf, hat sie aber weiterentwickelt und differenziert.
Sigmund Freud entwickelte seine Angsttheorie ab etwa 1885 und veränderte sie im Laufe seiner Karriere mehrfach. In der frühen Phase (um 1885) unterschied Freud zunächst zwischen „... [mehr]
Sigmund Freuds Gedächtnistheorie unterscheidet sich deutlich von den Ansätzen der modernen Gedächtnisforschung. Hier die wichtigsten Unterschiede: **1. Freuds Gedächtnistheorie:**... [mehr]
Die Deklaration von Helsinki ist eine ethische Richtlinie für die medizinische Forschung am Menschen, die 1964 vom Weltärztebund (World Medical Association, WMA) verabschiedet wurde. Sie leg... [mehr]
Der zentrale Gedanke von Anna Freud in Bezug auf Kinder war, dass Kinder keine "kleinen Erwachsenen" sind, sondern sich in einem eigenen, entwicklungsabhängigen psychischen Zustand befi... [mehr]
Anna Freud hatte eine zentrale Bedeutung für die Entwicklung der Kindertherapie. Sie war eine der ersten, die die Psychoanalyse speziell auf Kinder anwendete und weiterentwickelte. Im Gegensatz z... [mehr]
An der Psychoanalyse werden häufig folgende Kritikpunkte geäußert: 1. **Mangelnde Wissenschaftlichkeit:** Viele Kritiker bemängeln, dass zentrale Annahmen der Psychoanalyse (z. B... [mehr]