Was besagt Freuds Angsttheorie von 1885?

Antwort

Sigmund Freud entwickelte seine Angsttheorie ab etwa 1885 und veränderte sie im Laufe seiner Karriere mehrfach. In der frühen Phase (um 1885) unterschied Freud zunächst zwischen „realer Angst“ (Realangst) und „neurotischer Angst“. **Kernpunkte der frühen Angsttheorie (um 1885):** - Freud sah Angst zunächst als direkte Folge unterdrückter sexueller oder aggressiver Triebe. - Er nahm an, dass Angst durch die Umwandlung (Konversion) psychischer Erregung entsteht, wenn diese nicht abgebaut werden kann. - Die Angst war für Freud ein zentrales Symptom der „Angstneurose“, die er erstmals 1895 in den „Studien über Hysterie“ (gemeinsam mit Josef Breuer) beschrieb. **Wichtige Begriffe:** - **Reale Angst (Realangst):** Reaktion auf eine tatsächliche äußere Gefahr. - **Neurotische Angst:** Entsteht ohne erkennbare äußere Bedrohung, oft als Folge innerpsychischer Konflikte. **Spätere Entwicklung:** Freud entwickelte seine Angsttheorie weiter, insbesondere ab den 1920er Jahren. Er unterschied dann zwischen „Signalangst“ (Angst als Warnsignal des Ichs vor inneren Konflikten) und anderen Angstformen. **Quellen:** - Freud, S. (1895): Studien über Hysterie - Freud, S. (1926): Hemmung, Symptom und Angst Weitere Informationen findest du z.B. bei der [Sigmund Freud Gesellschaft](https://www.freud-gesellschaft.at/). **Zusammengefasst:** Freuds frühe Angsttheorie (um 1885) sieht Angst als Folge unterdrückter Triebenergie, die nicht abgebaut werden kann, und unterscheidet zwischen realer und neurotischer Angst. Später entwickelte er diese Theorie weiter.

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