Ist Akkommodation nur durch kognitive Dissonanz möglich?

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Ja, das stimmt im Kern. Kognitive Dissonanz bezeichnet den Zustand, wenn jemand widersprüchliche Wahrnehmungen, Gedanken oder Einstellungen hat, was als unangenehm empfunden wird. Um diesen Spannungszustand zu reduzieren, sucht die Person nach einer Lösung – und das kann zur Akkommodation führen. Akkommodation ist ein Begriff aus der Entwicklungspsychologie nach Jean Piaget. Er beschreibt die Anpassung bestehender Denkmuster (Schemata), wenn neue Erfahrungen nicht in die bisherigen Schemata passen. Genau dieser Anpassungsprozess wird oft durch kognitive Dissonanz ausgelöst: Die Unvereinbarkeit zwischen neuer Information und bestehendem Wissen erzeugt Dissonanz, die durch Akkommodation (also die Veränderung der Schemata) aufgelöst werden kann. Kurz gesagt: Kognitive Dissonanz ist häufig der Auslöser dafür, dass Akkommodation überhaupt stattfindet.