Warum ist es bis heute nicht gelungen, den Ukrainekrieg mit einem Kompromiss zu beenden?

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**Nein – die Grundannahme ist zu einfach: Der Krieg begann nicht erst 2022, sondern Russland griff die Ukraine bereits 2014 mit der Besetzung der Krim und dem Krieg im Donbas an. Gerade deshalb scheitert ein „Kompromiss“ bis heute: Beide Seiten streiten nicht über Details, sondern über Territorium, Sicherheit und staatliche Souveränität.** ([tagesschau.de](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ukraine-krieg-deutschland-102.html)) ## Warum es keinen tragfähigen Kompromiss gibt Russland ist von seinen Maximalforderungen im Kern nicht abgerückt. Dazu gehören nach wie vor ukrainische Gebietsverluste, politische und militärische Beschränkungen der Ukraine sowie faktisch ein russisches Mitspracherecht über deren außenpolitische Ausrichtung. Für die Ukraine wäre das kein normaler Friedensdeal, sondern die Belohnung eines Angriffskriegs und ein hohes Risiko für den nächsten Krieg in wenigen Jahren. ([cfr.org](https://www.cfr.org/articles/after-alaska-summit-putins-terms-peace-remain-largely-unchanged)) Umgekehrt kann auch die ukrainische Führung einem solchen Deal innenpolitisch und moralisch kaum zustimmen. Millionen Menschen wurden vertrieben, Städte zerstört, und zusätzliche Gebietsabtretungen wären für viele Ukrainer nicht als „Kompromiss“, sondern als Kapitulation verständlich. Genau das blockiert Verhandlungen: Was Russland als Mindestforderung sieht, ist für die Ukraine existenziell unannehmbar. ([tagesschau.de](https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-krieg-verhandlungen-genf-100.html)) ## Der eigentliche Knackpunkt: Ein Waffenstillstand ist noch kein Frieden Selbst wenn beide Seiten morgen das Schießen entlang der Front einstellen würden, bliebe die zentrale Frage offen: Wer garantiert, dass Russland eine Pause nicht nur zur Neuaufstellung nutzt Analysen gehen deshalb eher von einem unsicheren Waffenstillstand oder „eingefrorenen“ Konflikt aus als von einem stabilen Friedensvertrag. Ohne belastbare Sicherheitsgarantien ist ein Kompromiss für Kiew strategisch zu gefährlich. ([ecfr.eu](https://ecfr.eu/publication/managed-disorder-the-hard-road-to-a-modest-peace-with-russia-after-ukraine/)) Das ist der wichtigste Unterschied zu vielen anderen Kriegen: Hier fehlt nicht nur Einigkeit über Grenzen, sondern auch jedes belastbare Vertrauen in die Haltbarkeit eines Deals. Ein schlechter Frieden wäre für die Ukraine womöglich nur die Vorbereitung des nächsten Angriffs. Diese praktische Konsequenz ist entscheidend. ([ecfr.eu](https://ecfr.eu/publication/managed-disorder-the-hard-road-to-a-modest-peace-with-russia-after-ukraine/)) ## Warum Vermittlung bisher nicht reicht Es gab und gibt diplomatische Vorstöße, aber selbst Vermittler stoßen an dieselbe Grenze: Verhandlungen funktionieren erst, wenn beide Seiten mehr vom Einfrieren des Krieges als von seiner Fortsetzung erwarten. Laut aktuellen Berichten lehnt Putin direkte Gespräche mit Selenskyj derzeit ab oder knüpft sie an Vorbedingungen; zugleich fordert die europäische Seite zunächst eine vollständige Waffenruhe als Einstieg. Schon über die Reihenfolge besteht also Streit. ([tagesschau.de](https://www.tagesschau.de/ausland/asien/faq-ukraine-verhandlungen-100.html)) ## Kurz gesagt **Der Krieg endet nicht am fehlenden „guten Willen“, sondern daran, dass der geforderte Kompromiss für Russland ein Mittel zur Durchsetzung seiner Kriegsziele und für die Ukraine ein existenzielles Sicherheitsrisiko wäre. Solange sich dieses Grundproblem nicht ändert, ist ein dauerhafter Frieden unwahrscheinlicher als ein instabiler Waffenstillstand.** ([ecfr.eu](https://ecfr.eu/publication/managed-disorder-the-hard-road-to-a-modest-peace-with-russia-after-ukraine/))

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