Ist die Wahrscheinlichkeit, dass es keinen Gott gibt, höher, weil Gottesbeweise mit der Vernunft nicht gelingen?

Antwort

Dein Gedankengang ist philosophisch sehr relevant und wird in der Theologie und Religionsphilosophie intensiv diskutiert. Die Tatsache, dass Gottes Existenz sich nicht mit Vernunft oder wissenschaftlichen Methoden beweisen lässt, wird von manchen als Hinweis darauf gesehen, dass es Gott vielleicht gar nicht gibt. Andere argumentieren, dass Gott per Definition transzendent ist und sich daher dem menschlichen Erkenntnisvermögen entzieht. Es gibt also zwei Hauptpositionen: 1. **Agnostizismus/Atheismus:** Weil es keinen überzeugenden Beweis für die Existenz Gottes gibt, ist es vernünftig, an seiner Existenz zu zweifeln oder sie zu verneinen. Dies ist die Position vieler Atheisten und Agnostiker. 2. **Glaube als Voraussetzung:** Andere vertreten die Ansicht, dass Glaube gerade dort beginnt, wo Beweise enden. Für sie ist Gott nicht Gegenstand der Vernunft, sondern des Glaubens. Die Möglichkeit, dass es Gott gar nicht gibt, ist also eine logische Konsequenz aus der fehlenden Beweisbarkeit – aber kein zwingender Schluss. Es bleibt letztlich eine Frage der persönlichen Überzeugung und des Glaubens.

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