Nein – bei der TAPP-Operation wird der Leistenkanal in der Regel nicht „mit einem Teil des Netzes eingeführt“, sondern das Netz wird von innen vor die Bruchlücke in den pr&...
Wird bei der TAPP-Netzeinlage der Leistenkanal obturiert?
Antwort vom**Nein. Bei der TAPP wird der Leistenkanal in der Regel nicht „obturiert“, sondern das Netz wird präperitoneal großflächig hinter die Schwachstellen gelegt und deckt den gesamten Myopektinealorifizium-Bereich ab.** Die eigentliche Wirkung ist also **Abdeckung und Verstärkung**, nicht ein „Verstopfen“ des Leistenkanals. ([ncbi.nlm.nih.gov](https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK430826/)) ## Der entscheidende Unterschied Bei offenen Plug-Verfahren wird ein Defekt teils tatsächlich eher „ausgefüllt“. Bei der TAPP ist das Prinzip anders: Das Netz liegt **von hinten** im präperitonealen Raum und überdeckt **alle potenziellen Bruchlücken** der Leistenregion, also nicht nur die aktuelle Hernienöffnung. Genau das ist der praktische Vorteil der Methode. ([pmc.ncbi.nlm.nih.gov](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11284065/)) ## Was das konkret bedeutet Der Leistenkanal selbst bleibt anatomisch bestehen; er wird nicht wie ein Rohr verschlossen. Das Netz soll vielmehr verhindern, dass sich Bauchinhalt erneut durch eine Schwachstelle vorwölbt. Deshalb ist „Obliteration des Leistenkanals“ für TAPP fachlich die falsche Vorstellung. ([ncbi.nlm.nih.gov](https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK430826/)) Ein wichtiger Sonderfall: Wenn jemand mit „obturiert“ eigentlich den **inneren Leistenring** meint, dann kann dieser bei einer lateralen/indirekten Hernie durch Präparation und Netzabdeckung funktionell gesichert werden – aber auch dann wird bei TAPP typischerweise **nicht der ganze Leistenkanal obturiert**. ([pmc.ncbi.nlm.nih.gov](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11284065/))