Den Erfolg von Ocrevus bei PPMS erkennt man meist nicht an einer spürbaren Besserung, sondern daran, dass sich die Verschlechterung verlangsamt oder vorübergehend stabil bleibt. Bei prim&aum...
Sollte ein PPMS-Erkrankter eine Rotlichttherapie machen?
Antwort vom**Nein: Für PPMS ist Rotlichttherapie derzeit keine empfohlene Behandlung, weil es dafür keinen belastbaren Wirksamkeitsnachweis gibt und die MS-Leitlinie sie nicht als Standardtherapie führt.** Die aktuelle deutsche S2k-Leitlinie zur MS nennt für PPMS vor allem die gesicherte Diagnostik, symptomatische Behandlung, Rehabilitation und – je nach individueller Situation – zugelassene bzw. leitlinienrelevante Therapien; Rotlicht bzw. Photobiomodulation gehört nicht dazu. ([register.awmf.org](https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-050l_S2k_Diagnose-Therapie-Multiple-Sklerose-Neuromyelitis-Optica-Spektrum-MOG-IgG-assoziierte-Erkrankungen_2025-02.pdf)) ## Warum die Idee trotzdem kursiert „Rotlichttherapie“ meint meist Photobiomodulation mit rotem oder nahinfrarotem Licht. Dafür gibt es bei MS einzelne kleine Studien, aber sie betreffen überwiegend **nicht PPMS**, sondern meist andere MS-Formen oder nur Laborparameter. Eine Pilotstudie bei schubförmiger MS fand **keinen** Nutzen bei Fatigue, und eine systematische Übersichtsarbeit von 2024 beschreibt die Evidenz insgesamt als noch vorläufig und heterogen. ([pubmed.ncbi.nlm.nih.gov](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35499744/)) Der entscheidende Punkt ist also: **Von theoretisch interessant zu klinisch sinnvoll ist es noch ein weiter Weg.** Was in Tiermodellen oder kleinen Machbarkeitsstudien auffällt, reicht für eine Therapieempfehlung bei PPMS nicht aus. ([pubmed.ncbi.nlm.nih.gov](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39329016/)) ## Was das praktisch für einen PPMS-Erkrankten bedeutet Wenn Rotlicht als Wellness-Anwendung angenehm ist, ist das etwas anderes als eine medizinische PPMS-Therapie. **Es sollte nicht an die Stelle wirksamer Maßnahmen treten** – also neurologische Verlaufskontrolle, gezielte Symptomtherapie, Physio-/Ergotherapie, Training, Hilfsmittelversorgung und die Prüfung etablierter Behandlungsoptionen. Die größte Gefahr ist hier nicht das Licht selbst, sondern verlorene Zeit und falsche Erwartungen. ([register.awmf.org](https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-050l_S2k_Diagnose-Therapie-Multiple-Sklerose-Neuromyelitis-Optica-Spektrum-MOG-IgG-assoziierte-Erkrankungen_2025-02.pdf)) Ein wichtiger Unterschied, der oft übersehen wird: Bei PPMS geht es meist weniger um „Entzündung schnell bremsen“ als um ein komplexes Zusammenspiel aus Entzündung, Neurodegeneration und schleichender Behinderungsprogression. Genau deshalb sind unbewiesene Zusatzverfahren hier besonders kritisch zu bewerten. ([register.awmf.org](https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-050l_S2k_Diagnose-Therapie-Multiple-Sklerose-Neuromyelitis-Optica-Spektrum-MOG-IgG-assoziierte-Erkrankungen_2025-02.pdf)) ## Klare Empfehlung **Eine Rotlichttherapie sollte ein PPMS-Erkrankter nicht als Behandlung der Grunderkrankung absolvieren.** Wenn sie überhaupt erwogen wird, dann höchstens ergänzend, mit realistischer Erwartung und nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Neurologen – vor allem, um Kosten, Nutzen und mögliche Kontraindikationen sauber abzuwägen. ([register.awmf.org](https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-050l_S2k_Diagnose-Therapie-Multiple-Sklerose-Neuromyelitis-Optica-Spektrum-MOG-IgG-assoziierte-Erkrankungen_2025-02.pdf))