Gilt Liquor als hochinfektiös?

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Liquor (auch Liquor cerebrospinalis oder Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) gilt grundsätzlich nicht als „hochinfektiös“. Unter normalen Bedingungen ist Liquor eine sterile Körperflüssigkeit, die das Gehirn und Rückenmark umgibt. Allerdings kann Liquor im Rahmen bestimmter Infektionskrankheiten, wie z. B. einer bakteriellen Meningitis (Hirnhautentzündung), infektiöse Erreger enthalten. In solchen Fällen ist beim Umgang mit Liquor besondere Vorsicht geboten, da eine Übertragung der Erreger (z. B. durch Stichverletzungen oder Kontakt mit Schleimhäuten) möglich ist. Dennoch wird Liquor auch dann nicht pauschal als „hochinfektiös“ im Sinne von Blut (bei HIV/Hepatitis) oder anderen hochinfektiösen Materialien (wie z. B. Ebola-Patientenmaterial) eingestuft. Im medizinischen Alltag gelten beim Umgang mit Liquor die Standardhygienemaßnahmen. Bei Verdacht auf eine Infektion mit hochkontagiösen Erregern (z. B. Meningokokken) können zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sein. Zusammengefasst: Liquor ist unter normalen Umständen nicht hochinfektiös. Nur bei bestimmten Infektionen kann er infektiöse Erreger enthalten, dann sind entsprechende Schutzmaßnahmen zu beachten.

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