Welche Behandlungen helfen bei Hüftarthrose?

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**Empfohlen wird zuerst eine konsequente konservative Behandlung: Bewegungstherapie, Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Schmerztherapie mit NSAR; eine Hüftprothese ist sinnvoll, wenn Schmerzen und Alltags­einschränkungen trotz dieser Maßnahmen deutlich bleiben.** ([aaos.org](https://www.aaos.org/aaos-home/newsroom/press-releases/aaos-updates-management-of-hip-osteoarthritis-guideline/)) ## Was zuerst empfohlen wird Bei Hüftarthrose ist Schonung auf Dauer meist die falsche Strategie. Entscheidend ist, die Belastung sinnvoll zu steuern: regelmäßige Bewegung, gezielte Kräftigung, Mobilisation und alltagsnahe Übungen verbessern Funktion und reduzieren Schmerzen besser als bloßes Abwarten. Für leichte bis mittlere Beschwerden wird Physiotherapie bzw. ein strukturiertes Übungsprogramm ausdrücklich als sinnvolle Behandlung eingeordnet. ([aaos.org](https://www.aaos.org/aaos-home/newsroom/press-releases/aaos-updates-management-of-hip-osteoarthritis-guideline/)) Wenn Übergewicht vorliegt, gehört Gewichtsreduktion zur Standardbehandlung. Der praktische Effekt ist oft größer, als viele erwarten: Weniger Körpergewicht senkt nicht nur die Gelenkbelastung, sondern verbessert häufig auch Gehstrecke, Anlaufschmerz und Belastbarkeit im Alltag. NICE nennt Gewichtsmanagement ausdrücklich als Teil der Behandlung. ([nice.org.uk](https://www.nice.org.uk/guidance/ng226/chapter/Recommendations)) ## Medikamente: was wirklich empfohlen wird Bei den Medikamenten sind orale NSAR wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac die am besten gestützte Standardoption zur Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung. Das ist der wichtigste Unterschied zu vielen oberflächlichen Ratgebern: Nicht „irgendein Schmerzmittel“ ist gleich gut belegt, sondern vor allem NSAR. Wegen möglicher Nebenwirkungen auf Magen, Nieren und Herz-Kreislauf-System müssen sie aber individuell passend gewählt werden. ([aaos.org](https://www.aaos.org/aaos-home/newsroom/press-releases/aaos-updates-management-of-hip-osteoarthritis-guideline/)) Paracetamol spielt heute nur noch eine Nebenrolle, weil der Nutzen bei Arthrose begrenzt ist. Opioide sind für die nichtoperative Behandlung keine gute Standardlösung, sondern eher eine Ausnahme, weil Nutzen und Risiken oft in keinem guten Verhältnis stehen. ([aaos.org](https://www.aaos.org/aaos-home/newsroom/press-releases/aaos-updates-management-of-hip-osteoarthritis-guideline/)) ## Spritzen und was eher nicht überzeugt Kortison-Spritzen ins Hüftgelenk können kurzfristig Schmerzen lindern und die Funktion verbessern. Sie sind eher eine Überbrückung als eine Dauerlösung, etwa wenn eine akute Schmerzphase überstanden werden muss. ([aaos.org](https://www.aaos.org/aaos-home/newsroom/press-releases/aaos-updates-management-of-hip-osteoarthritis-guideline/)) Hyaluronsäure-Injektionen werden für die Hüfte dagegen nicht empfohlen, weil sie laut Leitlinie keinen besseren Nutzen als Placebo zeigen. Das ist ein wichtiger Praxispunkt, weil diese Behandlung oft angeboten wird, aber die Evidenz dafür bei Hüftarthrose schwach ist. ([aaos.org](https://www.aaos.org/aaos-home/newsroom/press-releases/aaos-updates-management-of-hip-osteoarthritis-guideline/)) ## Wann eine Operation empfohlen wird Eine Hüft-TEP wird nicht „bei Arthrose an sich“ empfohlen, sondern dann, wenn drei Dinge zusammenkommen: gesicherte Coxarthrose, erhebliche Beschwerden mit relevanter Einschränkung im Alltag und ausgeschöpfte konservative Behandlung. Genau diese Kombination ist für die Entscheidung wichtiger als ein einzelnes Röntgenbild. ([gesundheitsinformation.de](https://www.gesundheitsinformation.de/erweiterte-entscheidungshilfe-hueftarthrose-kuenstliches-hueftgelenk-ja-oder-nein.html)) Der häufigste Denkfehler ist deshalb: stark abgenutztes Gelenk im Bild = sofort operieren. Entscheidend ist nicht nur der Befund, sondern ob du wegen Schmerzen, Schlafstörungen, eingeschränkter Gehstrecke oder Problemen beim Anziehen, Treppensteigen und Sitzen im Alltag deutlich eingeschränkt bist. ([gesundheitsinformation.de](https://www.gesundheitsinformation.de/erweiterte-entscheidungshilfe-hueftarthrose-kuenstliches-hueftgelenk-ja-oder-nein.html)) ## Klare Einordnung Die beste Standardstrategie ist meist: **aktiv bleiben, gezielt trainieren, Gewicht senken, NSAR sinnvoll einsetzen und invasive Maßnahmen nur dann wählen, wenn der Alltag trotz guter konservativer Therapie weiter deutlich eingeschränkt ist.** Genau darin liegt der größte Unterschied zwischen sinnvoller Behandlung und bloßer Symptombekämpfung. ([aaos.org](https://www.aaos.org/aaos-home/newsroom/press-releases/aaos-updates-management-of-hip-osteoarthritis-guideline/))

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