Wie funktioniert heißes Eis in der Molekularküche?

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Heißes Eis ist ein faszinierendes Beispiel aus der Molekularküche und bezeichnet einen Stoff, der bei Zimmertemperatur fest bleibt, aber beim Kontakt mit einem Auslöser plötzlich kristallisiert und dabei Wärme freisetzt. Das „heiße Eis“ besteht meist aus Natriumacetat-Trihydrat. **So funktioniert es:** 1. **Übersättigte Lösung:** Natriumacetat-Trihydrat wird in Wasser erhitzt, bis es sich vollständig löst. Beim Abkühlen bleibt die Lösung klar, obwohl sie eigentlich schon fest werden müsste – sie ist „übersättigt“. 2. **Auslösung der Kristallisation:** Kommt die Lösung mit einem Kristall oder einem kleinen Stoß in Kontakt, beginnt sie sofort zu kristallisieren. Dabei wird die gespeicherte Lösungswärme (Kristallisationswärme) freigesetzt – das Gemisch wird spürbar warm. 3. **Anwendung in der Küche:** In der Molekularküche kann man so essbare „heiße Eis“-Skulpturen herstellen, die beim Servieren warm sind, obwohl sie wie Eis aussehen. **Wichtig:** Natriumacetat ist essbar (es wird z.B. als Lebensmittelzusatzstoff E262 verwendet), aber die Zubereitung sollte mit Sorgfalt erfolgen. **Weitere Infos:** - [Wikipedia: Heißes Eis](https://de.wikipedia.org/wiki/Heißes_Eis) - [Molekularküche – Heißes Eis](https://www.chemie.de/lexikon/Heißes_Eis.html) Das Prinzip wird übrigens auch in Handwärmern genutzt, die durch Knicken aktiviert werden.

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