Das Pflegemodell von Monika Krohwinkel heißt „fördernde Prozesspflege“; sein Kern ist nicht bloß Versorgung, sondern die gezielte Förderung von Selbstständigkeit...
Wie verhält man sich gegenüber einem demenzkranken Mann?
Antwort vom**Am wichtigsten ist: nicht diskutieren, nicht korrigieren, sondern ruhig, einfach und wertschätzend reagieren – sonst steigt bei einem demenzkranken Mann oft Angst, Verwirrung oder Aggression.** ## So verhältst du dich richtig Sprich langsam, mit kurzen Sätzen und immer nur über **eine Sache gleichzeitig**. Stell dich sichtbar vor, geh von vorn auf ihn zu und halte Blickkontakt, ohne ihn zu bedrängen. Ein freundlicher Ton wirkt oft stärker als der genaue Inhalt. Gib keine komplizierten Erklärungen. Besser ist: klare, einfache Orientierung wie „Wir trinken jetzt erst einen Kaffee“ statt langer Diskussionen. ## Was du vermeiden solltest Widersprich ihm nicht hart, auch wenn er etwas Falsches sagt. Für ihn fühlt es sich in dem Moment oft real an. Teste ihn nicht mit Fragen wie „Weißt du noch, wer ich bin?“ Das setzt ihn unter Druck und verstärkt Scham. Vermeide Hektik, laute Umgebung und mehrere Personen, die gleichzeitig auf ihn einreden. Das überfordert schnell. ## Was in schwierigen Momenten hilft Wenn er unruhig, misstrauisch oder wütend wird, hilft meist **beruhigen statt überzeugen**. Sag zum Beispiel: „Ich bin da“ oder „Alles ist in Ordnung, wir machen das zusammen.“ Danach lenkst du ihn sanft auf etwas Vertrautes: sitzen, trinken, spazieren, Fotoalbum, Musik. Ein wichtiger Unterschied: Hinter „schwierigem Verhalten“ steckt oft kein böser Wille, sondern Überforderung, Angst, Schmerzen oder Orientierungslosigkeit. Genau deshalb bringt Strenge meist nichts – Ruhe und Struktur dagegen oft sehr viel. ## Praktisch im Alltag Hilf ihm, **Selbstständigkeit so lange wie möglich zu behalten**. Also nicht alles abnehmen, sondern einfache Wahlmöglichkeiten geben: „Möchtest du den blauen oder den grauen Pullover?“ Feste Abläufe sind besonders wichtig. Demenzkranke Menschen kommen mit Wiederholung oft besser zurecht als mit spontanen Änderungen. Wenn plötzlich starke Verwirrung, Halluzinationen, Aggression oder ein rapider Abbau auftreten, sollte das ärztlich abgeklärt werden. Dann steckt nicht immer nur die Demenz dahinter, sondern manchmal auch eine Infektion, Dehydrierung oder ein Medikamentenproblem.
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