Bei einer Sprunggelenksdistorsion und einem Inversionstrauma sind typischerweise folgende Strukturen betroffen: 1. **Laterale Bänder**: - **Ligamentum talofibulare anterius (ATFL)**: Am häufigsten betroffen. - **Ligamentum calcaneofibulare (CFL)**: Kann ebenfalls betroffen sein. - **Ligamentum talofibulare posterius (PTFL)**: Seltener betroffen. 2. **Peronealsehnen**: Diese Sehnen können durch die Überdehnung ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. 3. **Knorpel und Knochen**: In schweren Fällen können auch Knorpelverletzungen oder Knochenbrüche auftreten. **Diagnosemethoden**: 1. **Klinische Untersuchung**: - **Anamnese**: Erfragen des Unfallhergangs und der Symptome. - **Inspektion und Palpation**: Überprüfung auf Schwellungen, Hämatome und Druckschmerz. - **Funktionstests**: Überprüfung der Stabilität des Sprunggelenks durch spezifische Tests wie den Schubladentest (für das ATFL) und den Talar Tilt Test (für das CFL). 2. **Bildgebende Verfahren**: - **Röntgen**: Zum Ausschluss von Frakturen. - **Ultraschall**: Zur Beurteilung der Bänder und Sehnen. - **MRT (Magnetresonanztomographie)**: Detaillierte Darstellung der Weichteile, insbesondere bei Verdacht auf schwerere Verletzungen oder wenn die klinische Diagnose unklar ist. **Auswirkungen**: - **Akute Phase**: Schmerzen, Schwellung, Hämatome und eingeschränkte Beweglichkeit. - **Mittelfristig**: Instabilität des Sprunggelenks, wiederkehrende Verstauchungen und mögliche chronische Schmerzen. - **Langfristig**: Risiko für chronische Instabilität, Arthrose und anhaltende Funktionsbeeinträchtigungen. Eine frühzeitige und genaue Diagnose sowie eine adäquate Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und die volle Funktion des Sprunggelenks wiederherzustellen.