Bei der Entstehung von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) spielen sowohl neurologische als auch genetische Faktoren eine wichtige Rolle. **Neurologische Faktoren:** 1. **Hirnstruktur und -funktion:** Studien haben gezeigt, dass bei Menschen mit ADHS bestimmte Bereiche des Gehirns, wie der präfrontale Kortex, das Kleinhirn und die Basalganglien, in ihrer Struktur und Funktion verändert sein können. Diese Bereiche sind entscheidend für die Impulskontrolle, die Aufmerksamkeit und die motorische Kontrolle. 2. **Neurotransmitter:** Ungleichgewichte in Neurotransmittern, insbesondere Dopamin und Noradrenalin, sind mit ADHS assoziiert. Diese Chemikalien sind wichtig für die Regulierung von Stimmung, Motivation und Aufmerksamkeit. 3. **Verbindungen im Gehirn:** Die Art und Weise, wie verschiedene Hirnregionen miteinander kommunizieren, kann bei ADHS beeinträchtigt sein, was zu Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Informationen und der Selbstregulation führt. **Genetische Faktoren:** 1. **Familiengeschichte:** ADHS hat eine starke genetische Komponente. Kinder mit einem Elternteil oder Geschwister mit ADHS haben ein höheres Risiko, selbst betroffen zu sein. 2. **Genetische Variationen:** Bestimmte Gene, die mit der Regulation von Neurotransmittern in Verbindung stehen, wurden mit einem erhöhten Risiko für ADHS in Verbindung gebracht. Dazu gehören Gene, die für Dopaminrezeptoren und Transporter verantwortlich sind. 3. **Umweltfaktoren:** Obwohl genetische Faktoren eine große Rolle spielen, können auch Umweltfaktoren wie pränatale Exposition gegenüber Alkohol oder Nikotin, Frühgeburt oder niedriges Geburtsgewicht das Risiko erhöhen. Insgesamt ist die Entstehung von ADHS ein komplexes Zusammenspiel von genetischen Prädispositionen und neurologischen Veränderungen, die durch Umweltfaktoren beeinflusst werden können.