Welche Medikamente eignen sich bei alten Menschen zur Analgesie?

Antwort

Bei der Schmerzbehandlung älterer Menschen ist besondere Vorsicht geboten, da sie oft mehrere gesundheitliche Probleme haben und empfindlicher auf Medikamente reagieren können. Hier sind einige gängige Analgetika, die bei älteren Menschen verwendet werden, zusammen mit ihren Dosierungen, möglichen Gefahren und Wirkweisen: 1. **Paracetamol (Acetaminophen)** - **Dosierung:** 500-1000 mg alle 4-6 Stunden, maximal 3000-4000 mg pro Tag. - **Wirkweise:** Hemmt die Prostaglandinsynthese im zentralen Nervensystem, was die Schmerzempfindung reduziert. - **Mögliche Gefahren:** Lebertoxizität bei Überdosierung, besonders bei Patienten mit Lebererkrankungen oder chronischem Alkoholmissbrauch. 2. **Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen** - **Dosierung:** Ibuprofen: 200-400 mg alle 4-6 Stunden, maximal 1200 mg pro Tag; Naproxen: 250-500 mg zweimal täglich, maximal 1000 mg pro Tag. - **Wirkweise:** Hemmen die Cyclooxygenase (COX)-Enzyme, was die Prostaglandinproduktion reduziert und somit Schmerzen und Entzündungen lindert. - **Mögliche Gefahren:** Magen-Darm-Blutungen, Nierenfunktionsstörungen, Herz-Kreislauf-Risiken, besonders bei Langzeitanwendung. 3. **Opioide wie Tramadol oder Morphin** - **Dosierung:** Tramadol: 50-100 mg alle 4-6 Stunden, maximal 400 mg pro Tag; Morphin: 5-10 mg alle 4 Stunden, Dosierung individuell anpassen. - **Wirkweise:** Binden an Opioidrezeptoren im zentralen Nervensystem und blockieren die Schmerzübertragung. - **Mögliche Gefahren:** Abhängigkeit, Atemdepression, Verstopfung, Verwirrtheit, Sturzgefahr. 4. **Lokale Analgetika wie Lidocain-Pflaster** - **Dosierung:** Ein Pflaster (5%) für bis zu 12 Stunden täglich. - **Wirkweise:** Blockiert die Natriumkanäle in den Nervenfasern, was die Schmerzleitung unterbricht. - **Mögliche Gefahren:** Hautreizungen, selten systemische Nebenwirkungen. Es ist wichtig, die Behandlung individuell anzupassen und regelmäßig zu überprüfen, um Nebenwirkungen zu minimieren und die Wirksamkeit zu maximieren. Eine enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt ist unerlässlich.

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