Warum gilt Gewalt als schlecht, obwohl der Staat sie ausübt?

Antwort

Gewalt wird in der Regel als schlecht angesehen, weil sie Leid verursacht, die Würde und Freiheit von Menschen verletzt und das friedliche Zusammenleben gefährdet. In den meisten ethischen, religiösen und gesellschaftlichen Systemen gilt Gewalt deshalb als moralisch problematisch oder sogar verboten. Der Staat unterscheidet sich jedoch von Individuen, weil er das sogenannte Gewaltmonopol besitzt. Das bedeutet, nur der Staat darf – im Rahmen von Gesetzen – Zwang oder Gewalt anwenden, zum Beispiel durch Polizei oder Justiz. Diese staatliche Gewalt ist an Regeln gebunden und soll dem Schutz der Allgemeinheit, der Durchsetzung von Recht und der Wahrung von Ordnung dienen. Sie ist also nicht willkürlich, sondern rechtlich legitimiert und kontrolliert. Trotzdem bleibt Gewalt auch durch den Staat problematisch und wird kritisch hinterfragt. Sie ist nur dann akzeptiert, wenn sie verhältnismäßig, notwendig und gesetzlich legitimiert ist. Missbraucht der Staat sein Gewaltmonopol, spricht man von staatlicher Willkür oder Unterdrückung, was wiederum als schlecht gilt. Zusammengefasst: Gewalt ist grundsätzlich schlecht, weil sie schadet. Der Staat darf sie nur unter strengen Bedingungen anwenden, um Recht und Sicherheit zu gewährleisten – und auch dann bleibt sie ein ethisch sensibles Thema.

Kategorie: Gesellschaft Tags: Gewalt Staat Moral
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