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Einsätze der Schweizer Armee gegen die eigene Bevölkerung?
Antwort vom**Ja, die Schweizer Armee wurde mehrfach im Inland gegen Teile der eigenen Bevölkerung eingesetzt – vor allem zur Aufrechterhaltung der Ordnung bei inneren Konflikten. Der wichtigste und bekannteste Fall ist der Landesgeneralstreik von November 1918, als Truppen gegen Streikende aufgeboten wurden.** ([bar.admin.ch](https://www.bar.admin.ch/bar/de/home/service-publikationen/publikationen/geschichte-aktuell/landesgeneralstreik--11--bis-14--november-1918.html)) ## Die wichtigsten historischen Fälle Der klarste Fall ist der **Landesgeneralstreik vom 11. bis 14. November 1918**. Der Bundesrat bot Truppen für den Ordnungsdienst auf; allein das Bundesarchiv verweist auf den militärischen Truppeneinsatz im Zusammenhang mit dem Streik, und offizielle Rückblicke nennen den Armeeeinsatz ausdrücklich als Teil der politischen Reaktion. Im Raum Zürich-Winterthur kommandierte Emil Sonderegger die Ordnungstruppen. ([bar.admin.ch](https://www.bar.admin.ch/bar/de/home/service-publikationen/publikationen/geschichte-aktuell/landesgeneralstreik--11--bis-14--november-1918.html)) Dabei blieb es nicht nur bei Präsenz. In **Grenchen am 14. November 1918** erschossen Soldaten drei Streikende. Das ist die schärfste Konsequenz eines Armeieinsatzes gegen Zivilisten in der modernen Schweiz und der Grund, warum 1918 bis heute der zentrale Bezugspunkt dieser Frage ist. ([bar.admin.ch](https://www.bar.admin.ch/bar/de/home/service-publikationen/publikationen/geschichte-aktuell/landesgeneralstreik--11--bis-14--november-1918.html)) Ein weiterer historischer Inlandseinsatz war der **Sonderbundskrieg von 1847**. Streng genommen war das kein Einsatz „gegen die Bevölkerung“ im heutigen polizeilichen Sinn, sondern ein kurzer Bürgerkrieg zwischen eidgenössischen und sonderbündischen Kräften. Er gehört aber dazu, wenn man allgemein nach bewaffneten Einsätzen gegen innere Gegner in der Schweiz fragt. ([bar.admin.ch](https://www.bar.admin.ch/bar/de/home/recherche/recherchetipps/themen/die-geschichte-der-schweizer-armee.html)) ## Wichtiger Unterschied Man sollte zwei Dinge sauber trennen: 1. **historische Repression im Innern** Das meint Einsätze gegen Streiks, Aufstände oder innere politische Gegner – dafür steht vor allem 1918. ([bar.admin.ch](https://www.bar.admin.ch/bar/de/home/service-publikationen/publikationen/geschichte-aktuell/landesgeneralstreik--11--bis-14--november-1918.html)) 2. **heutige Unterstützung ziviler Behörden** Heute unterstützt die Armee laut Verfassungsauftrag und aktueller Einsatzpraxis zivile Behörden bei schweren Bedrohungen oder ausserordentlichen Lagen, etwa bei Katastrophen, Schutzaufgaben oder Grossanlässen. Das ist rechtlich und politisch etwas völlig anderes als ein militärisches Vorgehen gegen Protestbewegungen. ([vtg.admin.ch](https://www.vtg.admin.ch/de/einsatze-und-operationen)) ## Die kurze Einordnung Die ehrliche Kurzantwort lautet: **Ja, aber selten – und historisch fast immer dann, wenn der Staat soziale oder politische Unruhen als Sicherheitsproblem behandelte.** Der Fall 1918 ist deshalb so wichtig, weil er zeigt, wie schnell eine Armee im Inland nicht mehr als Schutzmacht, sondern als Druckmittel gegen die eigene Gesellschaft wahrgenommen wird. ([bar.admin.ch](https://www.bar.admin.ch/bar/de/home/service-publikationen/publikationen/geschichte-aktuell/landesgeneralstreik--11--bis-14--november-1918.html))
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