Welche Rolle spielte die Pflege im Nationalsozialismus (Aktion T4, Euthanasie)?

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Im Nationalsozialismus spielte die Pflege eine tragische und oft zwangsweise Rolle bei der Durchführung der sogenannten "Euthanasie"-Programme, insbesondere der T4-Aktion. Die T4-Aktion war ein systematisches Programm zur Ermordung von Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen, das von 1939 bis 1941 durchgeführt wurde. Pflegekräfte waren in verschiedenen Funktionen in diese Verbrechen involviert: 1. **Selektion und Meldung**: Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen waren oft gezwungen, Patienten zu melden, die als "lebensunwert" betrachtet wurden. Diese Meldungen führten häufig zur Deportation der Patienten in Tötungsanstalten. 2. **Transport**: Pflegekräfte halfen bei der Organisation und Durchführung der Transporte von Patienten zu den Tötungsanstalten. 3. **Direkte Beteiligung**: In den Tötungsanstalten selbst waren Pflegekräfte an der Durchführung der Tötungen beteiligt, sei es durch die Verabreichung von tödlichen Medikamenten oder durch andere Mittel. 4. **Verschleierung**: Pflegekräfte halfen auch dabei, die wahren Umstände des Todes der Patienten zu verschleiern, indem sie falsche Todesursachen in den Akten vermerkten. Die Beteiligung der Pflegekräfte an diesen Verbrechen war oft das Ergebnis von Zwang und ideologischer Indoktrination, aber es gab auch Fälle von freiwilliger Beteiligung. Die Aufarbeitung dieser Verbrechen ist ein wichtiger Teil der deutschen Erinnerungskultur und der berufsethischen Reflexion in der Pflege.

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