Witali Klitschko, einer der führenden Oppositionspolitiker während der Euromaidan-Proteste 2013/2014 in der Ukraine, wurde nach einer Einigung mit Präsident Wiktor Janukowitsch von Teilen der Demonstranten auf dem Maidan scharf kritisiert und zeitweise sogar ausgebuht und „verjagt“. Der Grund dafür lag in der großen Unzufriedenheit vieler Protestierender mit dem ausgehandelten Kompromiss. Am 21. Februar 2014 unterzeichneten Janukowitsch und die Oppositionsführer, darunter Klitschko, ein Abkommen, das vorgezogene Neuwahlen, eine Rückkehr zur Verfassung von 2004 und eine Regierung der nationalen Einheit vorsah. Viele Demonstranten empfanden dieses Abkommen jedoch als unzureichend, da sie nach den gewaltsamen Eskalationen und Todesopfern auf dem Maidan keine Kompromisse mehr mit Janukowitsch akzeptieren wollten. Sie forderten seinen sofortigen Rücktritt und eine vollständige Abkehr vom alten Regime. Als Klitschko das Abkommen auf dem Maidan verkündete, wurde er von Teilen der Menge ausgebuht, beschimpft und musste die Bühne verlassen. Die Wut und Enttäuschung der Demonstranten richtete sich gegen alle, die einen Kompromiss mit Janukowitsch suchten. In dieser aufgeheizten Atmosphäre war die Stimmung so angespannt, dass auch Klitschko und andere Oppositionsführer um ihre Sicherheit fürchten mussten. Zusammengefasst: Klitschko wurde nach der Einigung mit Janukowitsch vom Maidan verjagt, weil viele Demonstranten das Abkommen als Verrat an den Zielen der Protestbewegung ansahen und keine Kompromisse mehr akzeptieren wollten. Die Situation war so angespannt, dass auch führende Oppositionspolitiker um ihr Leben fürchten mussten.