Erkläre die Begriffe „Dolchstoßlegende“ und „zweifache Ausrufung der Republik“ im Zusammenhang mit dem Ende des 1. Weltkrieges für Deutschland.

Antwort vom

Die „Dolchstoßlegende“ ist die Vorstellung, dass das deutsche Militär im Ersten Weltkrieg nicht auf dem Schlachtfeld besiegt wurde, sondern durch Verrat von Zivilisten, insbesondere von Sozialisten und Juden, die die Revolution und den Frieden forderten. Diese Legende wurde von nationalistischen Kreisen propagiert, um die Niederlage zu erklären und die Schuld von der militärischen Führung abzulenken. Die „zweifache Ausrufung der Republik“ bezieht sich auf die zwei entscheidenden Momente der Ausrufung der Weimarer Republik. Zunächst wurde am 9. November 1918 in Berlin die Republik von Philipp Scheidemann ausgerufen, um eine sozialistische Regierung zu etablieren. Am selben Tag rief der Rat der Volksbeauftragten, der aus Sozialdemokraten und Unabhängigen Sozialisten bestand, die Republik aus. Diese Ereignisse markierten das Ende der Monarchie in Deutschland und den Beginn einer neuen politischen Ära.

Verwandte Fragen

Gab es im Ersten Weltkrieg Deutsche, die für den russischen Zaren waren?

Ja – aber meist nicht als „Deutsche aus dem Deutschen Reich“, sondern als Russlanddeutsche, Baltendeutsche oder andere deutschsprachige Untertanen des Zaren. Viele von ihnen standen...